Aufenthalt in Apia / Insel Upolu, 25.04.2012
… … Falofa in Samoa – Willkommen in Samoa
… … … …. Südseetraum ? … … …
Pünktlich um 19 Uhr 50 sind wir von Auckland/ Neuseeland nach Apia/ Samoa geflogen. Die Landung erfolgte hier ebenso pünktlich, nämlich am 26.04., um 0 Uhr 45. Warum Apia? Weil, wie wir alle (nicht wissen ), das Land Samoa aus 2 Inseln besteht, nämlich aus Upolu und Savaii. Insgesamt leben in Samoa ca. 138000 Menschen. Wir verbringen also demnächst einige Zeit auf der Insel Upolu und Apia ist die Inselhauptstadt. Die Landeswährung heißt hier Tala. (1 Euro entspricht 2,66 Tala )
Wie an allen Flughäfen weltweit, so stehen auch hier die Taxifahrer bereit, ankommende Gäste in ihre Unterkünfte zu fahren. Das Notizbuch liegt bereit, die Anschrift unserer gebuchten Unterkunft hilft dem Fahrer, den Weg zu finden. Jean heißt er, er kennt sich aus und schon fahren wir los. Auch hier auf der Insel ist Linksverkehr angesagt, den haben wir ja nun bereits seit Wochen selbst erlebt. Verwirrend allerdings ist, dass es Autos gibt, in denen entweder linksseitig ODER rechtsseitig gelenkt wird. Das ist für uns vollkommen neu.
Wir fahren also durch das dunkle Apia, einer Stadt, mit etwa 40000 Einwohnern. Viel können wir nicht erkennen, außer, das unzählige streunende Hunde an den Straßenrändern liegen, Menschen laufen ziellos durch den frühen Morgen, hinter den Fenstern flackern teilweise die Bildschirme. An einem kleinen Kiosk halten wir kurz, kaufen noch einige Getränke, denn die Luft ist ungewohnt warm und stickig – es sind noch immer fast 30 Grad, morgens nach 1 Uhr 30. Am Kiosk sitzen 2 Tanten auf einer Stufe, nippeln an ihrer Cola herum – sie werden wohl wegen der Hitze auch nicht schlafen können …
Unsere ersten 2 Übernachtungen haben wir vor einiger Zeit via Internet gebucht. Auf einer Website namens „ Hostelworld“ hat man weltweit die Möglichkeit, nach Unterkünften zu suchen. Was soll also schief gehen? Die Bestätigung dieser Buchungsplattform haben wir erhalten, die Buchung ist eingegangen und somit erledigt. Eine Antwort bezüglich unserer Anreise am frühen Morgen, steht zwar immer noch aus, aber wir sind ja nun da … .Wir. Aber nicht die Eigentümerin. Neugierig heben sich die Köpfe im Haus, als wir mit dem Taxi vorfahren. Ganz verwirrt kommt eine Tante mit weißen Haaren heraus, schaut uns fragend an und erklärt, dass die Chefin nicht im Haus sei und Zimmer … nein, hier ist alles ausgebucht. Wir haben es geahnt!!!!!!!!!! Wir erhalten aber das Angebot, einen kleinen Moment zu warten. Sie will versuchen, die Eigentümerin zu erreichen. Freuen wird sie sich, wenn morgens gegen 2 Uhr das Telefon klingelt und Gäste um Einlass beten. Uns egal!!!!! Wir haben gebucht, wir sind müde und nun her mit dem Bett!!!!!! Vonwegen. Nach langem Warten erhalten wir die Auskunft, dass wir ein kleines, wirklich sehr kleines Zimmer erhalten könnten, … mit nur einem Bett. Nein!!!!!!!!!!! Es ist eine Affenhitze draußen, wir sind müde und kaputt, ich will mein Bett nicht teilen!!!!!!!!!!!!!!
Unser Taxifahrer schüttelt immer wieder mit dem Kopf, anscheinend wusste er bisher nicht, wie es im Hotelgewerbe zugehen kann. Die ganze Zeit hat er treu gewartet und erklärt sich nun bereit, uns in ein anderes Hotel zu fahren. Ich wollte schon immer mal mitten in der Nacht im Staate Samoa mit dem Taxi unterwegs sein … J. Ich bin müde, verdammt … !!!
Schnell haben wir das andere Hotel erreicht, das richtig gut ist, wie Jean meint. Muss es ja auch sein, ist ja schließlich auch teurer als das, was wir gebucht haben.
Bei unserer frühmorgendlichen Ankunft treffen wir auf den Eigentümer, der gelangweilt auf der Terrasse sitzt, als hätte er uns erwartet. Fix wird nun die Mutti geweckt, so eine richtige, mit schwingenden Hüften, stämmigen Beinen und einer Oberweite, die jeden Moment aus der Bluse hopsen will. Aber ganz nett ist sie und auch der Papa ist ein ganz lieber, mit leiser und sanfter Stimme redet er. So leise, dass ich nicht verstehe, was er von mir will. Achso, frische Handtücher bekommen wir noch. Schön!!
Ganz genau wird hier die Buchführung genommen, das Blaupapier sorgfältig zwischen die einzelnen Quittungen gelegt und schon malt die Chefin des Hauses die Buchstaben auf das Papier. Wir zahlen unsere Rechnung, bekommen den Zimmerschlüssel und der Papa führt uns zur Pforte unserer heiligen Gemächer. Doch auf den wenigen Metern dorthin, frage ich mich, was das ursprünglich für ein Gemäuer war. Als sich dann die Pforte zum heiligen Schlafgemach öffnet, … würde ich am Liebsten schreien!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das Zimmer ist nicht nur unschön, es ist … ich weiß es nicht … gruselig, eklig, abrissreif. Der Fußbodenbelag ist durchweg gerissen, dafür aber in mehreren Lagen übereinander gelegt. Zwischen den Betten liegt er in Falten, wo sich im Laufe der Jahrzehnte Staub und sonstige keimige Artikel gebildet haben. In einer Ecke steht ein Baumstamm, weiß gekalkt. Wozu? Dete meint, er könnte eine „tragende“ Rolle spielen. Der einzige Stuhl im Zimmer ist nicht zu benutzen, die Sitzfläche klappt zur Seite ab. Die Betten stehen über Eck, am Kopfende jeweils ein Bücherregal, in dem es sich neben Mäusekacke noch andere Krümel gemütlich gemacht haben. Der kleine Snack für zwischendurch ist auch angerichtet: an Dete’s Seitenwand vom Regal kleben Kaugummis diverser Vormieter. Das Bad ist weitaus kein Wellnesstempel. Den Duschvorhang möchte ich nicht anfassen. Traurig blickt ein kleiner Delphin aus den Falten hervor. Die Ecken sind rund gewischt und neben der Toilette schlummert irgend Jemand oder irgend Etwas. Von Ameisen umlagert, haben sich dicke Knäule einer undefinierbaren Masse gebildet. Meine Bettwäsche riecht leicht säuerlich, dem Vormieter muss wohl übel gewesen sein … . Der Ventilator an der Decke ist wohl typische Samoa – Kunst: er dreht sich, ohne das ein Luftzug zu spüren ist. Wow!!
Ist das der tatsächliche Traum der Südesee? Wohl eher ein Alptraum … .
Innerhalb weniger Minuten ist ein zweites Drehbuch für einen weiteren Krimi der übelsten Sorte geschrieben. Und trotzdem ist mir das, morgens halb 3 Uhr, sch … - egal … !!!!! Ich will jetzt endlich schlafen … .
Aufenthalt in Apia / Insel Upolu, 26.04.2012
… … Handlungsbedarf … … …
Die Nacht war kurz, gut schlafen ist anders. Mein Kopfkissen habe ich mit einem Hauch von meinem Deo präpariert. Mir fehlt besonders heute ein Stückchen Heimatzipfel. Nicht, das ich zu Hause mit Kuscheltier ins Bett gehe. Aber es wäre schön, jetzt eins zu haben. Meinen alten Pittiplatsch konnte ich schlecht mitnehmen. Sein aus „Schkopau – Plaste - und Elaste“ – stammender Kopf hätte den dauernden Klimawechsel wohl nicht verkraftet. Nach unserer Reise jedoch wird er aus seiner Bodenkammer befreit … . Und obwohl es in unserer Behausung so „ungemütlich“ ist, immer wieder müssen wir schmunzeln, wo wir gelandet sind. Trotzdem sind wir der Mutti hier dankbar, dass sie uns mitten in der Nacht aufgenommen hat.
Unser heutiger Tagaesablauf ist klar definiert:
Zuerst kümmern wir uns um ein intaktes Handy. Dete hat zwar eine Verbindung zum Netz, aber keinen Empfang. Bei mir ist der Empfang voll da, aber die Verbindung zum Netz fehlt. Was ist bloß los, im Staate Samoa??
Eine neue SIM – Karte wird gekauft, Dete’s Handy hat die kommenden 3 Wochen Urlaub und mein Handy wird mit der Samoa – SIM – Karte bestückt. Soll heißen, meine bisher bekannte deutsche Handynummer hat für die Zeit auf Samoa Urlaub. So, alles funktioniert, alles ist prima. Schnell werden Zeilen per sms an unsere Tochter und weitere Familienmitglieder verschickt, um sie über unsere Ankunft auf Samoa zu informieren. Warum wir aber unseren Sohn in der Schweiz keine sms zukommen lassen können, ist uns unklar. Am Abend jedoch können wir ihn anrufen – das funktioniert komischer Weise. Schön, ihn zu hören!
Als nächste Aufgabe steht der Besuch in der Touristinformation an. Wir wollen nicht ewig in Apia bleiben, sondern unseren Standort wechseln. Raus aus der Stadt, uns zieht es an den Strand. Hier treffen wir auf Jade, eine so liebenswerte Frau, von kräftiger Gestalt, chic gekleidet in einem Zweiteiler, die Haare hochgesteckt, dezent geschminkt und mit einer Blüte hinter dem Ohr. Ganz genau hört sie zu, informiert uns, welches ihre Favoriten wären. Wir haben uns entschieden und werden vor die Wahl gestellt, entweder 2,5 Stunden mit dem Bus an den Fao – Fao – Strand zu fahren … - sie unterbricht, telefoniert kurz – oder wir könnten mit der Managerin zusammen fahren. Diese befindet sich in Apia zu einem Seminar und müsste morgen ohnehin an den Fao – Fao – Beach, in ihr Hotel zurück. Nicht ohne Grund hat Jade uns diesen Strand so schmackhaft gemacht. Aber das ist ok für uns. Auch wir sind oft geneigt, Gäste dorthin zu vermitteln, wo wir auch gern wären J .Gerne nehmen wir das Angebot an. Wir verabreden uns für morgen Mittag und verlassen froh gelaunt die Information. Unser Tagesprogramm ist erfüllt. Nur noch einmal schlafen, dann können wir endlich das Hotel – Wrack verlassen.
Nun schlendern wir durch Apia, eine doch gepflegte Stadt. Keine Dreckecken sind zu sehen, selbst auf dem Markt schlagen uns keine üblen Gerüche entgegen. Im Gegenteil.
Es ist brütend heiß, so viel Wärme sind wir gar nicht mehr gewohnt. Trinken ist angesagt, also wird Ausschau nach einem netten Restaurant gehalten. Schnell werden wir fündig. Eine Treppe führt nach oben, Blick auf das Wasser, die leichte Brise nehmen wir gern in Kauf. Ganz nobel ist das Innere, gehoben die Preise auf der Speisekarte, aber mit viel Liebe werden hier auf Tafeln die Menüs angeschrieben. Lustige Bilder und Sprüche dazwischen sorgen für ein Schmunzeln und schnell hat der Gast begriffen, dass es sich hier um einen Familienbetrieb handelt. Unsere Gläser sind schnell geleert und weiter geht es mit dem Gang durch Apia. Unterwegs grüßen uns die Leute, eine Omi an der Kreuzung erklärt uns, wie die Fußgängerampel funktioniert. Schon eine tolle Sache, so eine Ampel J . Mann, was die hier so alles haben.
Zum Mittag sitzen wir in einem kleinen Straßenrestaurant, eigentlich nichts Überwältigendes. Schlicht und einfach, dennoch ist es gut besucht. Auch wir erfahren später, als unser Essen serviert wird, warum. Alles ist frisch gekocht und so lecker … . Das hätten wir echt nicht vermutet.
Auf dem Wc komme ich dann aber etwas ins Grübeln: Toilettenpapier ist keines vorhanden, dafür ruht in der Fensterbank ein Scheuerschwamm. So ein richtig guter. Aus Edelstahlwolle. … Autsch!!
So sehr wir unsere garstigen vier Wände in Apia verabscheuen, wir kehren dorthin zurück. Die Hitze setzt uns enorm zu, die kurze Nacht sitzt uns noch immer in den Knochen
Abfahrt von Apia zum Fao – Fao – Beach / Insel Upolu, 27.04.2012
… … Einzug ins Paradies … … …
Wie gestern mit Jade verabredet, treffen wir am Mittag pünktlich in der Touristinformation ein. Wenig später erscheint Koseta, die Managerin unserer neuen Unterkunft. Besorgt erklärt sie uns, ihr Sohn sei krank, ein Termin im Hospital stehe an. Um uns die Wartezeit zu ersparen, ordert sie ein Taxi für uns. Sie käme später nach und im Hotel sei man über unsere Ankunft informiert. Lustig wirkt diese Koseta, und äußerst symphatisch. Sie verabschiedet uns mit dem Versprechen, das wir das schönste Fales beziehen können. Wir sind neugierig.
Der Taxifahrer ist auch eingetroffen, die Rucksäcke werden verstaut und nun fahren wir immer entlang der Küste. Auf der linken Seite haben wir den Blick auf die Südsee, am schmalen Küstenstreifen reihen sich die kleinen Häuser der Dorfbewohner. Oft sehr farbenfroh gestrichen, in kräftigem Blau mit günen Fensterläden, auch rosa mag man hier sehr. Ein Autoteilehändler wohnt in kräftigem Lila, eine besonders auffällige Dekoration weißt auf seinen Berufsstand hin.
Rechts reihen sich Berge nebeneinander, nicht sehr hoch, grün bewachsen. Und dieses Grün scheint so undurchdringlich zu sein, wie wir es schon an anderen Orten unserer Reise gesehen haben.
Auffällig sind einige verwaiste Häuser, bei einigen sind nur noch die Fundamente zu sehen, bei anderen stehen nur noch die Pfeiler, inzwischen grün bewachsen sind.. Mittendrin sehen wir Gräber mit auffallenden Grabsteinen darauf. Was hat das zu bedeuten?
Wir fragen den Taxifahrer. Als Antwort erhalten wir, das Samoa im Jahr 2009 von einem Tsunami betroffen war. Die Häuser im Dorf stehen nun teilweise leer, da ihre Inhaber entweder zu Tode kamen oder neue Häuser oben in den Bergen gebaut haben.. Man hat die Toten hier an ihren ehemaligen Wohnstätten beerdigt. Und gleich nach dieser Auskunft verkündet der Fahrer: „Wir sind da.“. Nein, hier will ich nun eigentlich gar nicht bleiben … ..
Der Bruder von Koseta nimmt uns herzlich in Empfang, nach und nach wird uns die Familie vorgestellt. Und schon wird er ganz unruhig, denn schließlich sind alle gespannt, wie uns die Präsentation des „schönsten“ Fales wohl gefallen wird. Wir sind bereit, für den Einzug ins Paradies und sind sogleich sprachlos … . Für die kommenden 5 Nächte wohnen wir also hier am Fao – Fao – Beach. Im Klartext heißt das:
Wir wohnen in einem sogenannten „Fales“, einer auf Pfählen stehenden runden Hütte, mit Bambusdach. Wände gibt es nicht, statt dessen sind Rollos aus geflochtenen Palmenblättern angebracht. Auf dem Boden liegen Bambusmatten, darauf eine Matratze mit frischem Bettzeug. Die Hitze der Nacht werden wir nicht spüren, denn unser Fales steht höher, als alle anderen und es weht zu allen Zeiten eine leichter Wind. Der freie Blick auf das Wasser ist traumhaft. Wasser bis zum Horizont. Kein Fischerboot, nichts. Die Fales stehen direkt am Strand, keine 5 Meter trennen uns vom Wasser. Die Wellen prasseln rauschend gegen die Riffkante und laufen dann bis zum Strand nur noch leicht plätschernd aus. Ganz klar ist das Wasser und ganz türkis, der gelbe Sandstrand leuchtet in der Sonne. … Einzug ins Paradies, so, wie ich es mir gewünscht habe … …. !!!
Aufenthalt am Fao – Fao – Beach, / Insel Upolu, 28.04.2012
… … wenn nachts die Wellen rauschen … … …
… ist das sicherlich ein schönes Ambiente. Unter fast freiem Himmel die Nacht zu verbringen, die Sterne zu sehen, die frische Meeresbrise zu spüren, die durch das Fales zieht. Für mich nicht!!! Das Donnern der Wellen gegen die Riffkante verursacht echten Lärm und ich konnte gestern Abend beim besten Willen dabei nicht einschlafen. Was für den einen romantich erscheint, ist mir zu viel des Guten. Ich brauche zum Schlafen Ruhe, die es hier leider nicht gibt. Und dann ist mir da immer noch dieses Gespräch in den Ohren, den Tsunami betreffend. Irgendwie will ich auch gar nicht schlafen, aus Angst, vor bösen Überraschungen. Meine Ohren stehen auf Empfang, so lange ich die Wellen rauschen höre, ist alles in bester Ordnung. Trotzdem nervt dieses Geräusch. Man kann nicht alles haben. Da es hier bereits zeitig dunkel wird, ist der Abend ohnehin lang genug und die Nacht erscheint noch viel länger.
Immer wieder schlafe ich ein, wache auf, träume zwischendurch durch den größten Murks bis ich dann durch eine Stimme geweckt werde. Koseta steht an unserem Fales, sie kommt die Gäste wecken, denn das Frühstück ist fertig. Erst jetzt bin ich richtig müde, kaputt und ein wenig schlecht gelaunt. Typischer Morgenmuffel eben.
Wenig später am Frühstückstisch sehen wir uns Gäste zum ersten Mal komplett. Drei Jungs aus Hamburg und Kiel sind anwesend, zwei Mädchen aus England, die lange Melanie mit ihrem viel kleineren Freund Torsten, beide aus Jena stammend, die immer lächelnde Italienerin Martina, Natalie aus Argentinien mit ihrem Freund Pedro aus Chile, die sich in Neuseeland kennen und lieben gelernt haben und die lebensfrohe Tais aus Brasilien. Sie plant im nächsten Jahr eine Europa – Tour und würde uns gern besuchen kommen.
Zusammen haben wir viel Spaß, tauschen unsere Erlebnisse aus und auch mit ihnen wird wieder über Gott und die Welt geredet.
Abends veranstalten unsere Gastgeber täglich Shows.
Gesänge von Samoa dringen in unsere Ohren, hiesige Tänze werden uns vorgeführt und auch, wie man aus Palmenwedeln Körbe flechten kann . Diese benutzen die Einheimischen noch heute, um ihre Waren vom Markt nach Hause zu tragen. Eine Feuershow begeistert uns alle. Wie geschickt der Neffe von Koseta damit umgehen kann … . Uns stockt manchmal der Atem, wenn er seine Zunge in die Flammen drückt oder gar seine Füße darauf verweilen lässt. . Durch großen Beifall des Publikums drücken wir somit unseren Respekt aus. Nach der Show ist es üblich, das alle „Künstler“ zu den Gästen kommen und sich per Handschlag für die Aufmerksamkeit bei uns bedanken. Eine nette Geste. Nach der Show sitzen wir dann noch zusammen, einige der „Künstler“ kommen mit dazu, es wird viel gescherzt und gelacht. Wir haben wirklich viel Spaß miteinander … und im Hintergrund rauschen die Wellen …
( noch 70 Tage )
Aufenthalt am Fao – Fao – Beach, / Insel Upolu, 29.04.2012
… … … als die Turmuhr zehnmal schlägt, falten wir die Hände zum Gebet … … …
Als wir gestern Abend schlafen gingen, fing es bereits nach wenigen Minuten an, heftig zu regnen. Unser Fales ist dicht, was kann uns der Regen schon stören. Falsch gedacht.
Da zur Wasserseite keine Jalousien angebracht sind, der Wind aber immer heftiger wird, treibt er auch den Regen in das Fales. Alle anderen Jalousien stehen fast waagerecht in der Luft, so stark ist der Wind. Dete bemüht sich, so gut es geht, die Jalousien irgendwie zu fixieren. Als er damit fertig ist, sind Laken und Matratzen klitsch nass. Unmöglich können wir die Nacht im Fales verbringen, Blitze erhellen den Ozean, Donner grollt. Ein richtiger Sturm tobt und schleunigst packen wir die wichtigsten Sachen zusammen: Reisepässe, Geld, Kreditkarten, Handys und – ganz wichtig - den Klimperkasten. Mit Sack und Pack suchen wir das Restaurant auf. Die Rucksäcke mit unseren Sachen verbleiben im Fales. Sollte der Sturm sie fort tragen, ist das alles zu ersetzen. Die beiden Engländerinnen sitzen bereits dort, die Angst vor dem Gewitter steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Und auch Natalie fürchtet sich, Freund Pedro kann das so gar nicht verstehen.
Unsere Gastgeber sind so warmherzig und liebevoll im Umgang mit uns Gästen und darum schaut auch niemand von ihnen verwundert, dass wir nach und nach aus unseren Hütten klettern. Immer wieder werden wir gefragt, ob unser Gepäck noch im Fales ist. Nach und nach ziehen die Kosetas Neffen los, verpacken in den Fales die Gepäckstücke so, dass sie einigermaßen vor dem heftigen Regen geschützt sind. Im angrenzenden Hotel sind keine Gäste einquartiert. Schnell werden die Zimmer für uns hergerichtet und wir können die Nacht dort verbringen. Ach, sie sind alle so lieb hier!!!
Am Morgen kommen wir dann mehr oder weniger gut ausgeschlafen zum Frühstück. Wir müssen uns fast schon beeilen, denn heute ist Sonntag – Zeit für den Gottesdienst. Baw, ein Neffe von Koseta und von uns nur Big Baby ( großes Baby ) genannt, spielt in der Kirche Keybord. Die eigentliche Orgel hat den Tsunami nicht überlebt. Baw fragte uns am Vorabend, ob wir den Gottesdienst besuchen möchten. Wir willigen ein. Besuchen wir sonst eher nur aus Interesse am Bauwerk eine Kirche, so wird das heute eine ganz neue Erfahrung sein.
Wenn wir als Touristen diesen Gottesdienst besuchen, wird uns erklärt, würden wir damit den Einheimischen Respekt erweisen. Auch der Pfarrer begrüßt uns und übersetzt das eben Gesprochene in englisch. Seiner Predigt zu folgen, haben wir wenig Lust. So scheint es auch einigen anderen Zuhörern zu gehen. Manche schlafen, andere spaßen mit ihrem Stuhlnachbarn herum, wieder andere sind mit ihrem Handy beschäftigt. Die Damen erscheinen zur Kirche mit chicen weißen Kleidern und ebenso weißen Hüten. Die kleinen Mädchen dürfen wohl auch nur Sonntags das beste Kleid anziehen. Die Herren sind ihre traditionellen Röcke gekleidet, heute in schwarz mit ebenfalls weißen Hemden darüber.
Immer wieder wird die Predigt unterbrochen, der Kirchenchor singt, begleitet von Baw am Keybord. Als er uns zwischen den Reihen entdeckt, freut er sich wie ein kleines Kind, … unser großes Baby. Allmählich findet der Gottesdienst nun sein Ende. Gut so. Nach der verkorksten Nacht waren wir doch alle noch etwas müde und die Predigt des Pfarrers sorgte auch eher für noch schwerere Augenlider.
Als wir die Kirche verlassen, spricht mich eine ältere Dame an. Woher wir kommen, will sie wissen, ob wir das erste Mal in Samoa sind, in welchem Fales wir wohnen. Freundlich, wie ich nun mal bin, gebe ich ihr die Antworten. Sie bedankt sich für unser Kommen und würde sich freuen, uns wiederzusehen. Nette Omi!!!
Den Rest des Tages verbringen wir am Strand, gehen schnorcheln und schwimmen, lesen oder dösen vor uns hin.
Aufenthalt am Fao – Fao – Beach / Insel Upolu, 30.04.2012
… … … Ausflug zum Blue Hole ( Blaues Loch ) … … …
Für heute haben wir einen Ausflug zum Blue Hole geplant. Wa, ein weiterer Neffe von Koseta, ist unser Fahrer. Mit uns sind wir eine nur kleine Gruppe von 6 Gästen, die sich dieses Spektakel anschauen möchten. Nach nur 15 Minuten Fahrtzeit sind wir bereits dort. Ein großes Tor am Eingang verschafft uns Zutritt in einen wunderschönen Garten.Orchideen blühen in kräftigem Pink, bunte Büsche, deren Blätter seltsam in hellgrün gefärbt sind, blühende Bäume, deren rote Dolden schon in der Ferne leuchten, verschiedenfarbige Blumen, wohin man schaut. Die Rasenmäher summen, es riecht nach frischem Gras. Die kratzenden Geräusche von Laubbesen sind zu hören. Drei Gärtner sind dabei, die parkähnliche Anlage zu pflegen. Ein Lavafeld ist von oben zu sehen, tief unter uns liegt es, das Gestein ganz schwarz. Daneben hat sich eine kleine Lagune gebildet, inmitten eine winzige Insel, mit drei Kokosplamen darauf, zu drei Seiten eingerahmt von den hohen schwarzen Steilwänden des Lavagesteins. Hier hat Robert Louis Stevenson sicher seine Inspiration für den Film „ Die Schatzinsel „ bekommen.
Wir bummeln zurück und werfen von oben einen Blick auf das unten liegende Blue Hole. Etwa 30 Meter tief ist der Krater, das Wasser leuchtet türkis und klar. Von oben können wir bis auf den Grund des kleinen Sees blicken. Über Treppen geht es nun hinab, zum Ende führt eine steile Leiter auf eine Plattform. Nun sind wir dem Wasser ganz nahe. Die Todesmutigen springen auch sogleich hinein, wir Mädels ziehen es vor, Sprosse für Sprosse in das eher frische Wasser hinabzusteigen. Die Kraterwände stehen steil, von oben wachsen lange Triebe einer Rankpflanze hinunter. Der Nestfarn hält sich gut in den vielen kleinen Spalten zwischen dem Gestein. Sogar eine Kokospalme wächst aus einer Wand heraus.
Das Wasser im Blue Hole ist frischer als im Ozean. Trotzdem halten wir es lange darin aus, ohne zu frieren. Bleibt man ganz ruhig auf der Wasseroberfläche liegen, so kann man spüren, wie man von der Strömung in eine Richtung geschoben wird. Zwischen den Felswänden blubbert es, denn die kräftigen Wellen, die außen gegen die Felswände donnern, drücken das Wasser in den See. Fische schwimmen hier sogar und die italienische Martina kommt aufgeregt, um mitzuteilen, dass sie eine Schlange im Wasser gesehen hat. Der Argentinierin Natalie ist das zu viel, aber Dete gibt Entwarnung. Es handelte sich nur um eine ganz junge Muräne. Nach einer Stunde ist der Badespaß im Blauen Loch vorbei und es geht wieder zurück an den Fao – Fao – Beach. Hier vertreiben uns wir die Zeit mit der „Knüppelsuche“ – um die Zeit tot zu schlagen J .
Aufenthalt am Fao – Fao – Beach / Insel Upolu, 01.05.2012
… … wir erkunden die Insel … …
Nochmals sind wir heute mit Wa unterwegs, um die Insel zu erkunden. Alle anderen Gäste sind heute abgereist, nur das argentinisch – chilenische Pärchen ist noch da. Auch sie gehen mit auf „ Inseltour “. Wir fahren entlang der Küstenstraße durch kleine Dörfer, sehen ein riesiges Kanu im Wasser liegen. Für 45 Personen bietet es Platz, auf der anderen Straßenseite sind die Erbauer dieses Meisterwerks bei ihrer Arbeit. Die Menschen winken uns eher schüchtern, aber freundlich zu. Sie lächeln und mitunter rufen sie uns ein lautes „ Falofa! “ ( Willkommen ) zu. Wir winken zurück.
Auf der asphaltierten Straße geht es hoch und runter, vorbei an Kokosnussplantagen, oder denen der bekannten Taurowurzel. Die Taurowurzel ist eine Art Süßkartoffel, sieht aber eher aus, wie ein großer Rettich und deren Blätter wirken äußerst dekorativ. Ganz junge Blätter werden hier von den Einheimischen mit frischem Kokosmark gefüllt, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und als kleine grüne Päckchen im Ofen gebacken. Dazu wird die Taurowurzel gereicht. Das ganze nennt sich dann „ Balusami “ und ist so was von lecker … Ich habe immer gehofft, an den hübschen Blättern eine Blüte zu erkennen J . Nun bin ich schlauer und weiß, dass ich nicht mehr länger darauf warten muss.
Auf dem kurzen Stück Fahrt bisher sehen wir auch hier wieder mitten zwischen den Wohnhäusern verschiedene Grabstellen. Teilweise stehen Blumengebinde darauf, sicher war ein Geburtstag eines verstorbenen Verwandten. Generell werden hier verstorbene Familienmitglieder auf den eigenen Grundstücken beigesetzt. Friedhöfe im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Für uns ein ungewohntes Bild. Die samoaischen Menschen leben also mit ihren Verstorbenen gemeinsam an einem Ort. Irgendwie finden wir diese Art des Miteinander gar nicht schlecht. Die Betonsockel der Gräber dienen für die mittägliche Ruhepause, auch Kokosnüsse werden darauf getrocknet oder die Menschen sitzen einfach darauf, um einen Plausch mit dem Nachbarn zu machen. Teilweise geht es dabei richtig fröhlich zu. Und die Verstorbenen sind immer mit dabei. Wenn ich an unseren Totensonntag zu Hause denke … Alle rennen zum Friedhof, heulen sich die Augen aus dem Kopf und auch ansonsten ruhen die Verstorbenen entfernt des eigenen Heims, auf dem Friedhof eben. So, wie es hier in Samoa praktiziert wird, finden wir das gut. Miteinander leben, auch noch nach dem Tod.
Ich frage Wa, ob die Menschen nach dem Tsunami eine finanzielle Entschädigung von der samoaischen Regierung bekamen. „ Auch “ ist seine Antwort. Aber auch Spenden der EU sind hier eingegangen, aus Australien und Neuseeland ebenfalls. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, 2009 etwas von einem Tsunami in Samoa gehört zu haben. Und plötzlich verstehen wir die Welt nicht mehr: Hier werden Unmengen an Kirchen gebaut. Einige sind bereits fertig, andere im Rohbau. Hinter jeder Ecke scheint sich ein neuer Kirchen - Rohbau zu verbergen. Dieses Gefühl haben wir jedenfalls und müssen schon fast schmunzeln, als wir immer mehr im Bau befindliche Kirchen sehen. Wieder frage ich Wa, warum das so ist. Er lacht und sagt, dass wüsste er auch nicht. Nach ein paar Minuten erzählt er aber, dass früher nur drei Konfessionen erlaubt waren. Manche Leute mussten dafür lange Wege zurück legen, um die Kirche zu besuchen. Inzwischen hat die Regierung aber beschlossen, dass jede Glaubensrichtung willkommen sei und dafür brauche man nun eben mehr Kirchen. Also bekommt der Mormone seine Kirche, der Zeuge Jehovas und was weiß ich nicht, wer noch alles. Wir waren hier zum Gottesdienst in der Kirche und haben gesehen, wie schwach sie besucht waren. Oder sie war einfach nur zu groß gebaut. Kann auch sein.
Wir fahren zu einem Aussichtspunkt. Eine breites Tal macht sich zwischen den Bergen auf, mit kurzem Rasen bewachsen und kleinen grünen Hügelchen darauf. Weit streckt sich das Tal bis hinunter zum Ozean, wo sich die Wellen brechen. Am Ufer stehen kleine Häuser und davor, im seichteren Wasser ruhen stumm die Fischerboote.
Am Abzweig wählen wir nun die Fahrt über den Bergkamm, hinüber auf die andere Seite der Insel und wollen uns das neue Dorf in den Bergen anschauen. Den Platz, wo die Dorfbewohner ihre neuen Häuser nach dem Tsunami errichtet haben. Zuvor machen wir noch einen Abstecher zu Koseta, die Tante von Wa, um uns das Haus anzusehen. Wie viel Leute in diesem Haus leben, ist für uns schlecht zu schätzen. Ihre Neffen schlafen oft am Strand, in den leeren Fales. Es ist hier üblich, das mitunter zwei oder drei Familien zusammen in einem Haus wohnen. Und Koseta’s Familie ist groß.
An der Kirche im neuen Dorf machen wir einen kurzen Stopp. Am Eingang zur Kirche befindet sich ein Gedenkstein. Darauf sind alle Namen verzeichnet, die ihr Leben nach dem Tsunami verloren. Das älteste Opfer war 82 Jahre, das jüngste 1,5 Monate. Insgesamt 120 Menschen fanden den Tod. Kalte Schauer laufen mir über den Rücken. Wir sind echt betroffen und haben irgendwie alle die gleichen Fragen und Gedanken. Ich frage Wa, ob die Insel über ein Tsunami – Frühwarnsystem verfügt. Er meint, jetzt ja. Es war der erste Tsunami, daraufhin hat aber die Regierung sofort reagiert.
Am Abend tritt die Großfamilie wieder als Gesangs – und Tanzformation auf. Es macht Spaß, ihnen bei ihren Bewegungen zuzusehen. Auch wir werden aufgefordert, ihre Tänze nachzuahmen. Es sieht leichter aus, als es in Wirklichkeit ist. Trotzdem sind wir Gäste mit höchster Konzentration dabei und geben unser Bestes. Danach werden wir mit gebührendem Applaus von der Tanzfläche entlassen.
Später sitzen wir dann mit der Argentinierin Natalie, ihrem Pedro aus Chile sowie Frederike und Clarissa, beide aus Deutschland, zusammen. Die zwei sind heute erst hier angekommen. Einige Familienmitglieder der Großfamilie gesellen sich auch noch dazu und wir testen den samoaischen Wodka. Dieser wird aus Kokosnüssen gebrannt und schmeckt ja so was von lecker … … Klar, … ich möchte auch noch einen … … Salute! Prost! …
Abreise vom Fao – Fao – Beach zum Mangrove – Garden / Insel Upolu, 02.05.2012
… … Wohin? … … …
Die drei Jungs aus Hamburg und Kiel haben uns den „ Mangrove – Garden “ schmackhaft gemacht. Sie waren dort bereits und haben richtig geschwärmt. Da wir uns entschieden haben, die Zeit in Samoa auf verschiedenen Plätzen zu verbringen, wird das also unser nächstes Domizil werden. Der Fao – Fao – Beach ist zwar ein richtig schönes Plätzchen, aber außer schwimmen und schnorcheln gehen kann man hier nicht wirklich etwas unternehmen. Irgendwie fehlt uns ein fester Tagesablauf. Zwar sollte der Aufenthalt in Samoa dazu dienen, einfach mal zu gammeln, in den Tag hinein zu leben, aber nach 5 Tagen reicht das nun auch.
Koseta’s Bruder Taupo übernimmt den Transfer. Die Rucksäcke sind im Auto verstaut, wir verabschieden uns von allen – winke-winke und vielen Dank für euer warmes Willkommen! – und Taupo tritt auf’s Gaspedal. Nach wenigen Kilometern fragt er uns plötzlich, wohin er fahren soll. „ Mangrove – Garden “ ist unsere Antwort. Bald stellt sich aber heraus, das er so gar keine Ahnung hat, wohin die Reise gehen soll. Er entscheidet sich für einen kurzen Stopp am Straßenrand. Ein Blick in die Karte zeigt das ungefähre Ziel, das Resort selber ist aber nicht angegeben. Die Fahrt geht weiter. An einer Tankstelle fragt er dann nach dem genauen Weg und wie sich heraus stellt, sind wir dicht am Ziel.
Dort nun angekommen, begrüßt uns Kurt. Seit 2006 lebt der aus München stammende schon hier in Samoa und ist mit einer samoaischen Frau verheiratet.
Vorgebucht haben wir nicht und sind froh, das unserem Aufenthalt hier nichts im Wege steht. Das letzte freie Fales können wir beziehen und morgen, so meint Kurt, reist ein Großteil der Gäste ab. Für uns wäre das die Gelegenheit, eventuell in ein noch schöneres Fales zu ziehen. Dankend lehnen wir ab.
Uns gefällt das bezogene Fales. Auch hier liegen die Matratzen auf dem Boden, darüber ein Moskitonetz. Rings um die Matratzen liegen Kokosmatten, um den hässlichen Betonboden zu verdecken. Zusätzlich haben wir eine Holzbox bekommen, auf die wir obenauf noch einige Dinge abstellen können. Die kleine Tür in der Vorderfront ist abschließbar und für die Lagerung von Wertsachen ideal geeignet – wenn man denn den Schlüssel dafür hätte J . Wie wir schnell feststellen, ist Kurt nicht der schnellste JJ . Zur Lagune hin befindet sich eine kleine überdachte Terrasse, auf der man den Blick auf das Wasser genießen kann. Die Uferkante ist nur einen Meter entfernt. Ganz dicht an unser Fales wachsen die Äste der Mangroven heran.
Der „ Mangrove – Garden “ist eine schattige Anlage. Ein riesiger Baum, dessen Äste fast waagerecht wachsen, spendet dem Platz enorm viel Schatten. Kleine Wege führen zu den verschiedenen Fales. Alle sind von Bäumen und Büschen umgeben, so dass niemand dem anderen in die Hütte schauen kann. Einige Fales sind über Stege zu erreichen und stehen direkt über dem Wasser, inmitten der Mangroven. Das besondere an den Mangroven - Bäumen ist, dass sie im Salzwasser beste Wachstumsbedingungen finden.
Am Abend, wenn es dunkel wird, wirkt der kleine Dschungel noch viel romantischer. An den kleinen Wegkreuzungen und auch in den Fales’ werden Koresinlampen aufgestellt. Nun herrscht eine ganz andere Stimmung, als am Tag. Die zirpen der Zikaden klingt in der Dunkelheit ganz anders, als am Tag. Auch die geräusche der herabfallenden trockenen Blätter wirken nun richtig unheimlich.
Als wir später schlafen gehen, können wir hören, wie die Fische im flachen Wasser der Lagune umher springen. Hier spüren wir kein kein Gefühl der Südsee, sondern kommen uns eher vor, wie im Dschungel. Aber das ist nicht weniger schön!! … obwohl es inzwischen regnet … Toll!!
Aufenthalt im Mangrove – Garden / Insel Upolu, 03.05.2012
… … … feucht – fröhlich … …
Wir haben schlecht geschlafen. Das Baby der anderen Gäste hat in der Nacht des öfteren geschrien. Warum muss man mit solch einem kleinem Wurm überhaupt hier her kommen … .
Hatte sich das Kind beruhigt, fingen die Hunde an zu kläffen und die Zikaden mit ihrem lauten Gezirpe versuchen, alle Geräusche zu übertönen. Sie beginnen ganz langsam und leise und es klingt, wie ein sich nähernder Rentierschlitten, an dem die Glocken rasseln. Ich weiß, blöder Vergleich … . Und so schnell, wie das Rasseln erscheint, verschwindet es wieder. Die Hähne allerdings, die krähen immer. Auch mitten in der Nacht. Ein seltsames Phänomen, welches uns bereits von den Philippinen bekannt ist.
Beim Frühstück sitzen wir mit einem samoaischen Mann unc seiner neuseeländischen Frau zusammen. Beide leiten in Apia den Bahai – Tempel. Dieser ist für Menschen aller Konfessionen zugänglich. Es wird also keine bestimmte Glaubensrichtung vorgeschrieben und Gottesdienste im herkömmlichen Sinne, gibt es kaum. Die Menschen treffen sich, um zu reden und gemeinsam zu musizieren. Kirche mal anders.
Zu uns gesellen sich Caro aus Rostock und Irina aus Augsburg. Beide sind Anfang 20, verbringen ein Jahr als Kindermädchen in Neuseeland. Dort haben sich die beiden kennen gelernt und verbringen hin und wieder ihre Freizeit miteinander.
Nach dem Frühstück sitzen wir noch lange. Einige Gäste reisen ab, die verbleibenden haben unendlich Zeit, denn inzwischen schüttet es, wie aus Kübeln. Was für ein Südseezauber!!!
Eigentlich ist Ende April die Regenzeit in Samoa beendet … also bitte … !! Wir haben nun schon Mai … .
Im „ Mangrove - Garden “ haben wir den Strand nicht direkt vor der Tür. Fußmarsch ist angesagt und dann sollte man möglichst auch noch Ebbe und Flut beachten. Der Regen hat sich etwas beruhigt, aber die dunklen Wolken machen wenig Hoffnung auf Wetterbesserung.
Wir verbringen den Nachmittag mit Caro und Irina. Sie erzählrn von ihren Reiseerlebnissen. Wir ebenso. Beide scheinen irgendwie froh zu sein, dass ihre Zeit in Neuseeland bald vorbei ist. Wirklich viel haben sie vom Land nicht gesehen, der Arbeit wegen. Uns tut das schon ein wenig Leid.
Am Abend hoffen wir auf eine ruhigere Nacht, denn der kleine Schreihals samt Eltern ist heute abgreist. Doch als wir unser „ Matratzenlager “ beziehen, sind wir ein bisschen erschrocken: das Bettzeug fasst sich feucht an, die Kopfkissen riechen muffig. … Wo ist mein Deo? … .
Nach nur wenigen Minuten beginnt auch heute wieder das nächtliche Konzert: das Rasseln der Glocken am „ Rentierschlitten “ kommt immer näher, die Hunde kläffen, die Hähne krähen, die leinen roten Frücht eines Baumes fallen scheppernd auf das Blechdach des Restaurants – nur die Stimme des Babys fehlt. Womöglich findet sein Solokonzert im heimischen Bettchen statt … .
Fahrt vom „ Mangrove – Garden “ in Saapu / Insel Upolu nach Manase / Insel Savaii, 05.05.2012
… … wir ziehen um … … …
In der Nacht wecken mich Bauchschmerzen. Das kann doch nicht wahr sein!! Ist es nicht möglich, auch nur eine Nacht mal richtig schlafen zu können? Kündigt sich etwa der Norovirus an? Letztlich bin ich aber froh, es folgt nämlich sogleich die Entwarnung … tja, manchmal kann so ein kleiner Pups schon für eine Menge Aufruhr sorgen.
Am Morgen sehen wir dann eine doch gesünder aussehende Irina beim Frühstück. Zwar noch immer appetitlos und müde, ein Grund dafür, dass sie sich alsbald wieder verabschiedet und den Nachtschlaf nachholt.
Wir haben uns entschieden, heute die Insel Upolu zu verlassen und per Fähre zur Insel Savaii zu fahren. Auf Nachfrage bei Kurt erscheint uns die 12 Uhr – Fähre als ideal. Er übernimmt den Transfer zum Fährhafen. Dort um 11 Uhr 30 angekommen, stellen wir erschreckend fest, nix mit 12 Uhr – Fähre, sondern erst um 14 Uhr. Auch das ist Kurt.
Wir gehen gemeinsam noch eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Wir verabschieden uns von Kurt, denn inzwischen hat der Fahrkartenschalter geöffnet und wir sind nun im Besitz der Tickets. Diese sind limitiert auf 120 Personen. Noch ein Weilchen verweilen wir im Warteraum, die Fähre ist noch nicht angekommen. Plötzlich erscheint eine nette Tante, die ihren Dienst bei der Fährgesellschaft verrichtet. Sie empfiehlt uns, in den check - in zu gehen. In der Reihe der wartenden Gäste sollen wir uns anstellen. Zwar hätten wir ein Ticket, doch wenn die Warteschlange zu lang wäre, könnte es sein, dass wir nicht an Bord gehen könnten. Bereitwillig folgen wir ihrer Anweisung und sind dankbar für den Hinweis.
Nachdem die Fähre nun entladen wurde, können wir an Bord gehen. Nach 1,5 Stunden erreichen wir die Insel Savaii, die größer aber wohl auch schöner ist, als Upolu.
Gebucht haben wir keine Unterkunft, wir werden schon eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Immerhin hat uns Jade – die nette Tante aus der Touristinformation in Apia – einige Unterkünfte, und sogleich auch ihre Favoriten, auf die Karte geschrieben.
Vom Fährhafen der Insel Savaii fahren wir noch eine Stunde mit dem Local – Bus ( Einheimischen – Bus ). Als wir mit unseren Rucksäcken in den Bus steigen, ist man uns behilflich und sogar Sitzplätze werden freigemacht.
Neben mir sitzt eine junge Frau. Sie fragt, wo wir denn hin wollen. Wir zeigen auf die Karte, nennen die Namen der Unterkünfte. Sie bietet sich an, den Bus für uns zu stoppen, wenn wir das Ziel erreicht haben. Freudig stimmen wir zu. Wir fahren nicht mehr lange, die junge Frau zerrt an der Leine, die in Bögen durch den ganzen Bus reicht und schon ertönt beim Fahrer ein quietschender Ton – das Signal zum Anhalten. Ich dachte zuvor, dass sich stehende Fahrgäste während der Fahrt an der Schnur festhalten können … .
Als der Bus weiter fährt, winken wir der jungen Frau dankend hinterher. Nun ist der Blick frei und genau gegenüber, auf der anderen Straßenseite, sehen wir „ Jane’s “. Sogleich kommt eine stramme Tante herüber, die unsere Rucksäcke schultern will. Davon raten wir ihr jedoch ab.Sie schwitzt ohnehin schon, dass ihr der Schweiß in kleinen Rinnsalen von der Stirn herunter läuft.
„ Jane’s “ ist eine kleine niedliche Anlage, ebenfalls mit Strandfales. Diese hier sind aber geschlossener, dennoch luftig und mit einem richtigen Bett ausgestattet. Vor der Eingangstür haben wir eine kleine überdachte Terrasse, darauf Tisch und Stühle und wieder Wasser bis zum Horizont. Zu allen Zeiten weht auf der Terrasse ein leichter Luftzug. Die kleinen Fales sind bunt gestrichen, vorzugsweise in gelb, rosa und mintgrün und stehen auf kurz geschorenem Rasen. Ringsherum flattern bunte Wimpelketten. Der leuchtend gelbe Sand blendet in den Augen. Je nach Ebbe oder Flut ist der Strand breiter oder wird ganz vom Wasser geschluckt.
Geht die Sonne am Abend auf der linken Seite unter, dann sieht der Himmel aus, als würde er brennen. Gleichzeitig steht der Vollmond auf der rechten Seite und zeichnet eine silberne Linie auf das Wasser. Was für ein Farbspektakel!
Die eigentlichen Betreiber dieses traumhaften Platzes sind zur Zeit nicht da. Die Eltern halten die Stellung. Der Vater stellt sich vor, Fritz sei sein Name. Fritz Schmid. Die Mutter erzählt, dass die jungen Eigentümer in Apia seien. Und vor 5 Minuten sei gerade das 2. Kind der jungen Familie geboren – wieder ein Mädchen. Oma und Opa sind stolz und wir gratulieren.
Alle sind hier wirklich sehr lieb und nett. Beim Abendessen ist man nicht weniger um uns besorgt. Das Essen ist lecker, aber viiiiiiiel zu viel. Und kalorienhaltig. Und meistens fehlt die Farbe auf dem Teller: gelbe Pommes, neben Nudelsalat mit weißem Krabbenfleisch und hellem Fisch – schmeckt, keine Frage. Aber das wirkt so Ton in Ton. Uns würde es freuen, mal ein bisschen Gemüse oder Salat zu bekommen, eben mal was Buntes auf dem Teller zu haben. Nicht ohne Grund sehen die Menschen so aus, wie sie aussehen: derb und stramm. Hungern muss hier nämlich niemand. Die Familien besitzen teilweise große Ländereien, auf denen die Tarowurzel, Bananenbäume, die Brotfrucht oder Kokospalmen angebaut werden.
Und hier im Dorf Manase ( gesprochen: Mann-nass-si ) gibt es etwas Einzigartiges: Entlang der Straße hängen, unter kleinen Dächern, die einer Art Verkaufsstand ähneln, Bananenstauden. Hat man Appetit darauf, geht man hinaus auf die Straße und bedient sich daran – ohne zu bezahlen. Hier also Bananen verkaufen zu wollen, dürfte schwierig sein … .
Weitrhin ist die Haltung von Hunden und Schweinen im Dorf Manase verboten – der Touristen wegen. … Wie nett ist das denn … .
Aufenthalt in „ Jane’s “ in Manase / Insel Savaii, 06.05.2012
… … immer sonntags … … …
Sonntag. An den Sonntagen geht man in Samoa in die Kirche, mitunter auch mehrmals. Ansonsten tut man nichts. Gar nichts. Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Ruhe. Und es ist ruhig im Dorf. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen und wir haben sogar richtig Schwierigkeiten, jemanden zu finden, bei dem wir hier in „ Jane’s “ etwas zu trinken bestellen können. Sonntags liegt man zu allen Zeiten in einem Fales, lässt sich die leichte Brise um die Ohren fegen und schläft, was das Zeug hält … .
Wir bummeln am Strand entlang und treffen auf eine kleine Gruppe Jugendlicher. Unter dem Dach eines Fales’ finden sie Schatten. Dem einen wird gerade ein neuer Haarschnitt verpasst … wäre bei Dete auch mal wieder fällig. Wir bleiben kurz stehen, bewundern den Meister bei seiner Arbeit.
Das „ Opfer “ sitzt auf dem Boden und mittels Scherbe eines zerbrochenen Spiegels kann es dem Treiben des Friseurs folgen. Gekonnt sieht es aus, was der Junge mit der Schere veranstaltet. Und gut sieht auch der fabrizierte Haarschnitt aus, als sich der Freund der anderen erhebt und zufrieden und anerkennend in die Scherbe nickt. Kurzum hat sich
Dete entschieden, sich von seiner Haarpracht zu befreien. Lange Zeit ist der letzte Schnitt her. Auch die Jugendlichen haben heute nichts Aufregendes zu tun. Es scheint wohl auch eine willkommene Abwechslung für sie zu sein. Dete „ kniet nieder “ und die Jungs kichern und gackern, wie alte Waschweiber. Dadurch etwas beunruhigt, fragt er mich dann: „ … und, wie sieht’s aus? “ . Wie soll es aussehen? Der Bengel, mit der Schere und dem lila Kamm in der Hand, weiß, was er tut. Dete muss sich also keine Sorgen machen …
Als der „ Haarkünstler “ sein Werk beendet hat, wird unverzüglich der Spiegel gereicht. Nun sind alle gespannt, wie das Urteil von Dete lautet. Das Opfer ist zufrieden und der Vollstrecker – junge 19 Jahre alt - wird ganz verlegen.
Geld verlangt er keines und wir wissen nicht wirklich, was ein Haarschnitt in Samoa kostet. Dennoch geben wir ihm etwas Bares – für ein Bierchen der kleinen Runde sollte das allemal reichen .
Es ist Sonntag. Und der Sonntag in Samoa dient der ausgiebigen Ruhe. Daran halten auch wir uns. Schnell springen wir noch mal in das mehr als warme Wasser, gehen schnorcheln und Dete kann sich somit von den lästigen Haaren befreien, die am Körper haften.
Danach wird bis zum Abendessen nur noch gefaulenzt.
… … Was ist das hier aber auch schön!! … … … .
( verbleibende Reisezeit: noch genau 2 Monate )
Aufenthalt in „ Jane’s “ in Manase / Insel Savaii, 07.05.2012
… … noch nicht zu spät … … …
Waren gestern die Menschen eher träge, so wirkt es heute am Montag schon richtig stressig. Jeder hat etwas zu tun. Die trockenen Blätter werden vom Rasen geharkt, Wäsche wird gewaschen, leere Getränkeflaschen werden in die Kästen sortiert. Die Menschen scheinen gegenüber gestern wie ausgewechselt.
Während wir in Samoa bereits den siebten Mai auf dem Kalender stehen haben, feiern die Geburtstagskinder des 6. Mai noch immer ihre Party am deutchen Sonntagabend. Es ist also noch nicht zu spät, Geburtstagsgrüße für diesen Tag per Telefon nach Deutschland zu schicken. Wir wollen unsere Schwiegertochter mit einem Anruf überraschen und diese Überraschung scheint gelungen zu sein. …
Das Frühstück war auch heute wieder mehr als genug. Die in Fett gebackenen ( 3! ) Teilchen sind äußerst schmackhaft, das Omelett mehr als ausreichend, da ziemlich dick, die zwei Scheiben Toastbrot kaum zu schaffen. Einzig und allein das Stück Papaya rutscht von allein durch die strapazierten Därme. Ich habe echt Angst um mein Körpergewicht, wenn wir so lange hier wohnen.
Uns steht der Sinn nach Bewegung. Nur 20 Minuten Laufzeit entlang der Straße gibt es eine Tauchschule. Das ist unser Ziel. Auf der Insel Upolu sollte das Tauchen nicht gelingen. Vieles ist nach dem Tsunami zerstört und nicht wieder aufgebaut. Auch ein Grund, warum wir nun der Insel Savaii einen Besuch abstatten.
An der Tauschule angekommen werden wir von einem „ Weißen “ freundlich begrüßt. Schnell erklären wir ihm unsere Wünsche und schon nach wenigen Minuten stellt sich heraus: Er ist Deutscher. Olaf, der Vogtländer, ist erst seit Februar diesen Jahres hier, seine Lebensgefährtin, die die letzten 20 Jahre in der Schweiz gelebt hat, kam im März dann nachgereist. Auf unsere Frage, was sie nach Samoa zieht, antworten sie, dass das die einzige Möglichkeit war, miteinander zu arbeiten. Zuvor waren beide viel unterwegs, aber auch irgendwie immer getrennt. Als sie vom Verkauf dieser Tauchschule hörten, hatten sie gerade mal 2 Wochen Bedenkzeit und haben ihren Traum wahr gemacht. Und nun sind sie hier. Schön für uns! Denn die Zwei sind wirklich richtig nett!!!
Wir verabreden uns für morgen zum Tauchen, d.h., der Dete geht tauchen, die Biene geht schnorcheln.
Ansonsten halten wir es mit dem Montag so, wie die Einheimischen es am Sonntag tun:
Es wird gefaulenzt, bis die Schwarte kracht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!JJJJJJJJJJ
Um es zu verdeutlichen: Seit wir auf Savaii sind, gab es noch nicht einen Regentropfen. Purer Sonnenschein, den ganzen Tag und keine feuchten Klamotten, dank des Windes, der in der ersten Strandreihe für ein angenehmes Klima sorgt.
… …. Was ist das aber hier auch schön!!!!! … … …
Aufenthalt in „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 08.05.2012
… … … Irrtum … … …
Habe ich gestern noch den Sonnenschein gelobt, so werden wir heute eines Besseren belehrt.
Dicke Wolken, Einheitsgrau und eher ein trüber Tag. Man könnte meinen, es ist draußen kühl und frisch, was für ein Irrtum!!! Die Hitze liegt in der Luft. Nur die Sonne fehlt eben, um das perfekte Bild abzugeben.
Ausgerechnet heute ist der erste Tauchgang geplant, Schnorchler sind an Bord ebenso willkommen. So richtig überwinden kann ich mich nicht, mir fehlt der Sonnenschein! Um wieder mal dem Schweinehund zu zeigen, wer hier der Boss ist, steige ich also mit auf’s Boot. … nun mach schon, Schweinehund, die warten nicht ewig auf uns! … … .
Kaum haben wir auf dem Boot Platz genommen, lässt Kapitän Leo auch schon den Motor rattern. Wir sind nur eine kleine Gruppe, bestehend aus 4 jungen Brasilianern, die in Australien leben, einem älterem Paar, die in Neuseeland zu Hause sind und irgendwie dekadent wirken, behängt mit glitzernden Brillis an den Fingern und sein kleiner Finger steht so steil ab, damit auch jeder seinen Ring sieht, der dort platziert ist. Klein. Golden. Mit einem grünen Stein. Dann ist da noch ein einzelner junger Mann, woher er stammt, erfahren wir jedoch nicht. Deb und John sind die Tauchbegleiter und der junge Alex wird uns als Führer der Schnorchelgruppe vorgestellt. Ich hasse kollektives Schnorcheln!
Am Tauchplatz nun angekommen, erhalten wir alle unsere Instruktionen. Taucher wie Schnorchler. Unter Wasser nichts anfassen, nichts abbrechen, nichts mitnehmen und immer brav dem Anführer folgen. … Schweinehund! Hör zu! … .
Die Schnorchler gehen als erste von Bord … und schon beginnt die Treibjagd! Begleiter Alex paddelt durch das Wasser, als sei er von einer Tarantel gebissen. Ruhig, Brauner! Ich bin hier im Urlaub und nicht auf der ( Steuer) - Flucht! Nach und nach lasse ich den Kontakt zur Gruppe abreißen und halte schließlich nur noch die Richtung, ihr zu folgen. Gern liege ich einfach im Wasser, um dem Treiben der Fische unter mir zu zusehen. In Ruhe. Ohne Hast und Eile. Das entgeht selbst den Tauchern unter uns nicht. Die, die auf dem trüben Sandboden umher dümpeln, als würden sie etwas suchen. Tim, einer der Brasilien – Australier spricht mich daraufhin später an. Auch ihm erkläre ich, dass ich Gruppenschnorcheln einerseits nicht mag und andererseits mir das Tempo einfach zu schnell war. Nickend stimmen mir seine Freunde zu.
Dennoch war es ein sehr schönes Gebiet, um sich die Unterwasserwelt anzusehen. Viele Korallen, ein riesiger Fischschwarm zieht an mir vorbei, mittendrin 5 böse aussehende Makrelen. Ich liebe das!! Eine große Schildkröte taucht vor uns ab, wenig später kommt eine kleinere über das Riffdach geschwommen. Herrlich! Ansonsten gilt: vbF – viele bunte Fische!! Am Boot wieder angekommen kann ich noch einen frei schwimmenden Rochen ausmachen. Langsam und ohne Eile flattert er davon.
Den Tauchern sollte dieses Glück verwehrt bleiben, als auch sie wieder an Bord sind. Bei einer maximalen Tauchtiefe von unbeschreiblichen 6 ( !!!!!!!!!! ) Metern wirkt das eher wie ein Ausflug der Krabbelgruppe. Trübe Sicht, Sandboden und kaum vorhandene Fische entsprechen nicht gerade einem abenteuerlichen Tauchgang. Entsprechend groß ist die Enttäuschung, aber wir Schnorchler plappern trotzdem munter drauf los, was alles zu sehen war. … Immer tiefer geht es mit dem Messer in die Wunde! … … .
Beim zweiten Tauchgang werden die „ Flaschenträger “ in die Tiefe entlassen. Wracktauchen steht auf dem Plan, eine willkommene Abwechslung (fast ) jeden Tauchers. Im Jahr 1861 sank hier ein Missionarsschiff. Alle Passagiere konnten gerettet werden, da das Schiff nur wenige Meter vom Land entfernt auf das Riffdach aufgelaufen ist. Der damalige Navigator hatte wohl seine Hausaufgaben nicht wirklich richtig gemacht.
Richtig zufrieden kehren die Taucher zurück. … Alles kommt mit der Zeit, nicht vor der Zeit … .Das wusste schon meine Oma zu sagen … .
Am Abend fallen dann wieder Regentropfen vom Himmel. Der Tag ist zu Ende – wen stört’s?! … Jetzt niemanden mehr!
Aufenthalt in „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 09.05.2012
… … Tauchen und Büroarbeit … … …
Der Taucher geht tauchen. Die Tippse tippt die Buchstaben in den Klimperkasten.
Da heute ein anderes Tauchrevier angefahren wird, möchte Dete nochmals die Gelegenheit nutzen, „ abzutauchen “. Waren Schnorchler gestern noch willkommen, so wurden sie für heute freundlich „ ausgeladen “ – kein Schnorchelrevier. Alles halb so schlimm!!! Zwar könnte ich die Zeit auf dem Boot verbringen, auch schwimmen gehen, aber ich entscheide mich, „ zu Hause “ zu bleiben.
Einige mails sollen noch beantwortet werden und bei manchen bedarf es dann doch einiger Zeit. Das Tagebuch soll auch auf dem Laufenden bleiben und zum ersten Mal während unserer Reise bemerke ich, dass ich diesbezüglich etwas müde erscheine. … … Nun bloß nicht noch auf den „ letzten Metern “ schlapp machen … . Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass das Schreiben zuvor immer einen festen Platz am Tagesende fand. Hier ist es anders: Wir haben keinen Tagesablauf. Die einzige Reglemäßigkeit besteht darin, morgens und abends zur Mahlzeit zu erscheinen, sonntags zusätzlich auch zum Mittagessen. In Samoa ist es fast ein Ritual, das die Gäste Sonntagmittag von den Gastgebern versorgt werden. Das traditionelle Sonntagsessen besteht dann überall aus der gebackenen Taurowurzel und deren gefüllten Blättern, dem Balusami. Da sich dieses Gericht fast von allein kocht, nutzen die Einheimischen während dessen die Zeit für den Gang in die Kirche.
Einen Großteil der mails habe ich bereits geschrieben, als Benina, die frischgebackene Oma zu mir kommt. Ob ich hier helfen könnte, ihre mails abzurufen. Heute käme ihr Sohn zurück und sie möchte, dass die Büroarbeit bei dessen Ankunft in Ordnung ist. Mein Klimperkasten kann nun Pause machen, wir wechseln ins Büro und erledigen die Büroarbeit vom „ Jane’s “ .
Benina erzählt, dass sie Laptop und den Internetanschluss von ihrer Schule geschenkt bekam, als sie in den Ruhestand ging. Sie ist immerhin schon 56!!!! Als Direktorin reichte ihr oft ein Stück Papier und ein Stift – mit dem Computer steht sie allerdings auf Kriegsfuß. Sie will ihn jedoch beherrschen lernen und muss es auch, meint sie. Die letzten Tage war es hier im „ Jane’s “ schon ziemlich lustig. Gäste anderer Resorts kamen auf einen abendlichen Drink vorbei, aber Benina hat keine Ahnung, wie man Cocktails mixt. Ihr Sohn war in Apia, bei seiner Frau und dem Baby und Benina war hier maßlos überfordert. Wir haben das aber alles mit Humor getragen.
Inzwischen ist es fast 12 Uhr am Mittag. Gegen 13 Uhr kehren die Taucher zurück. Dete und ich haben uns im Nachbardorf zum Mittagessen verabredet. Für mich heißt das, etwa 30 Minuten Fußmarsch. Benina möchte mir für meine Hilfe unbedingt ein Taxi dorthin bezahlen. Es wäre viel zu heiß, um zu Fuß zu gehen, argumentiert sie. Dankend lehne ich ab, sie lächelt verständnislos.
Zufrieden aussehende Taucher steigen vom Boot. Der Tauchplatz heute war geprägt von schöner Unterwasserwelt. Sogar eine Schildkröte, die sie lange Zeit beim Fressen beobachten konnten, bot sich den Tauchern.
Später lassen wir uns dann die Pizza auf einer luftigen Terrasse schmecken und es ist schön, zu wissen, dass wir die Wegstrecke nach Manase jetzt nicht zu Fuß bewältigen müssen. Die Tauchschule übernimmt den Transfer und irgendwie spüren wir, dass allmählich die „ Fressnarkose “ einsetzt. … Bett, ich komme!!
Aufenthalt in „ Jane’s “ in Manase , Insel Savaii, 10.05.2012
… … … Wiedersehensfreude … … …
In der Nacht gab es mal wieder einen Regenschauer. Nicht nur das Wasser reicht bis zum Horizont, nein, heute auch die Regenwolken. Auch nach dem Frühstück prasselt nochmals ein heftiger Schauer auf die mit Palmenblätter gedeckten Dächer. So schnell der Regen kam, so schnell verzieht er sich auch wieder. Die Wolken reißen auf und entlassen die Sonne aus den Wolkenbergen.
Wir nutzen die Zeit, um schnorcheln zu gehen. Die Ebbe hat noch nicht eingesetzt und so können wir ungehindert über das Riffdach schwimmen. Die zahlreichen Fische lassen sich in den Wellen treiben und es wimmelt nur so von ihnen. Einige sind uns bekannt, andere sehen wir hier zum ersten Mal. Das Badewasser ist „ erträglich “, mit 29 Grad Wassertemperatur auch für mich Frostbeule bestens geeignet.
Später bummeln wir dann am Strand entlang. Weit vor uns kommt uns eine Dame entgegen. Das Kleid, dass sie trägt, kommt uns irgendwie bekannt vor. Und schon fuchtelt sie mit den Armen, rennt auf uns zu, wedelt mit den Armen und schreit vor Freude. Es ist Martina, die Italienerin, die wir bereits zuvor auf der Insel Upolu am Fao – Fao – Beach kennen gelernt haben. Was ist das für eine Wiedersehensfreude!!!!! Wir fallen uns in die Arme und sind so glücklich, uns hier nochmals zu sehen. Sie reist inzwischen gemeinsam mit einem jungen Mann aus Israel. Mitunter ist das üblich, dass sich Menschen, die für längere Zeit allein unterwegs sind, sich irgendwo kennen gelernt haben und spüren, dass sie auf einer Wellenlänge schwimmen, dann auch einige Zeit gemeinsam reisen.
Spontan verabreden wir uns für den Abend in der Bar im „ Jane’s “ . Diese füllt sich nach dem Abendessen immer mehr und schon sind wir eine große, gackernde Gruppe. Martina erscheint mit ihrem israelischen Freund; Mad ist mit dabei, ebenfalls ein Italiener und mit seiner Freundin ( ihren Namen habe ich wieder vergessen ) auf Reisen. Sie kann ihre Herkunft nicht verleugnen: die Mutter ist Asiatin, der Vater Neuseeländer. Enrico, ebenfalls aus Italien, mit seiner litauischen Freunde Jeva, sitzen auch in der fröhlichen Runde. Mit Ben aus Holland haben wir bereits einen Tag zuvor Bekanntschaft geschlossen und an seine Seite gesellen sich drei Jungs aus Dänemark; Neil, ein gebürtiger Engländer, seit zig Jahren in Neuseeland lebend und ein wenig an Rumpelstilzchen erinnernt, erscheint nur kurz. Ein verrückter alter Mann, lustig ohne Ende und für jeden Spaß zu haben; Anna, die Australierin, kennen wir schon einige Tage, da sie auch im „ Jane’s “ ihr Lager aufgeschlagen hat.
Ach, was ist sind wir für eine lustige Runde!! Es wird geredet und gelacht … und getrunken!!
Bier und Pina Colada schmecken in dieser Atmosphäre doppelt gut!!
Unterhalten wird sich auf englisch und obwohl wir diese Sprache nicht vollends beherrschen, können wir den Gesprächen folgen und werden von den anderen auch verstanden.
Mittendrin erzählen wir Martina, dass wir für den nächsten Tag ein Auto gemietet haben. „ Ich komme mit! “ ist ihre Antwort.
Nur wenige Minuten später kommt sie mit ihrem voreiligen Entschluss ins Zweifeln. Darum ihre Frage, ob uns das überhaupt recht sei. Na klar ist es das!! Wir mögen sie sehr und haben deshalb so gar nichts dagegen. Martina erzählt ihrem israelischen Begleiter freudestrahlend davon. Er scheint schlagartig ein bisschen traurig, denn er hat für den nächsten Tag einen Tauchgang gebucht … da wird er wohl nicht mit uns fahren können … … .
Aufenthalt im „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 11.05.2012
… … „ w “ – wie „ weg “ … … …
Heute früh überrascht uns Benina, die Chefin vom „ Jane’s “, mit einer schlechten Nachricht.
Es ist nicht möglich, für heute einen Mietwagen zu bekommen.
Pünktlich um 9 Uhr erscheint Martina, bereit zur Abfahrt. Schnell erklären wir, dass die geplante Fahrt nicht stattfinden kann.
Die Sonne scheint, das Wasser ist warm, wir gehen also gemeinsam schnorcheln. Der alte Haudegen Neil schließt sich uns an. Eine geschlagene Stunde liegen wir fast regungslos im Wasser – wie die Frösche in der Laichstarre - .
Wild hupend fährt ein Auto an der kleinen Bucht vorbei, Hände winken zum Seitenfenster heraus. Es sind der verrückte Italiener Mad mit seiner Freundin, die sich im Vorbeifahren von uns verabschieden. Später passiert ein kleiner LKW die Straße, auf dessen Ladefläche sitzen Bauarbeiter. „ Where you from? “ ( woher kommst du? ) fragen sie uns. Mit Schnorchel im Mund lässt sich darauf schlecht eine Antwort geben.
Als wir nach dem Schnorchelgang wieder am Strand ankommen, traue ich meinen Augen nicht. Meine Flip – Flop’s sind „ w “ – wie „ weg “. Na Klasse!! Nun. Die Dinger waren keine Kapitalanlage, hier aber sind sie fast unersetzlich. Ich möchte nicht unbedingt barfuß in die Dusche steigen, auch sind sie ansonsten für das Wetter hier mehr als geeignet. Eben einfach bequem zum An – und Ausziehen und sie trotzen der Nässe. Neil fragt mich, ob ich meine Flip – Flop’s denn überhaupt mit hatte. … Bitte? … .Er kam einige Minunten nach uns in die kleine Bucht und er hätte nur Barfußspuren gesehen. Da hat er recht, denn ich trug meine Schuhe in der Hand – wozu habe ich sie eigentlich mitgenommen!? Zum Schnorcheln wohl nicht … .
Am Fales von Martina verabschieden wir uns von ihr. Uns knurrt der Magen und darum ist nun Futtersuche angesagt. Die halbe Stunde Fußmarsch in das Nachbardorf erscheinen mir heute doppelt so lang, als sonst. Trotzdem bleibt dieser Weg unerlässlich, denn endlich sollen einige Postkarten nach Deutschland auf den Weg geschickt werden. Seit Tagen liegen sie bereits fertig geschrieben im Fales, es scheiterte bisher an den Briefmarken.
Als wir von der Post auf dem Rückweg an der Tauchschule vorbeikommen, sehen wir gerade Martina’s Begleiter in das Auto einsteigen. Für uns die Gelegenheit, den Rückweg per Auto zu absolvieren.
Als wir wieder im „ Jane’s “ ankommen, kündigt sich bei uns Besuch an. Die Müdlinge erscheinen. Zwar ist es schon fast halb 3, aber irgendwie müssen wir diese Biester los werden.
Nur ein paar Minuten später heißt es dann wieder: „ w “ – wie „ weg “ … ins Traumland entschwunden … …
Aufenthalt im „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 11.05.2012
… … rund um die Insel … …
Gestern Abend gab es zum Tagesausklang schwarze Wolken, Blitz und Donner … und natürlich Regen! Das Wetter ist auch nicht mehr das, was es einmal war.
Während wir heute am Frühstückstisch sitzen, ziehen auf der rechten Seite noch dickere und schwärzere Wolken auf. Die breiten dunklen Streifen darunter lassen uns wissen, das der Regen dort bereits eingesetzt hat. Wir hoffen, das Benina uns nicht mit dem Mietwagen überrascht. Fehlanzeige. Das Auto steht für uns zur Abfahrt bereit. So wie schon gestern, erscheint auch heute Martina, die Italienerin, pünktlich zur Abfahrt. Auf die schwarzen Wolken am Himmel angesprochen, lacht sie nur und meint, dann fahren wir eben in die andere Richtung. Recht hat sie, ist doch schließlich egal, ob wir die Insel links – oder rechtsherum umfahren. Die schwarzen Wolken können uns mal … . Benina verabschiedet sich von uns mit dem Wunsch, das wir gesund zurückkehren mögen.
Der erste Stopp erfolgt an einer riesigen Kirche, nur zwei Dörfer weiter. Was für ein Bollwerk!!!!!!
Spanischer Baustil, in leuchtendem Weiß mit benso leuchtendem Hellblau. Drinnen sind einige Frauen mit Reingungsarbeiten beschäftigt, morgen ist schließlich Muttertag. Aber, … warum fegen die eifrigen Gotteshelferinnen so viel Papier von Süßigkeiten zwischen den Bankreihe hervor? Ich, als ungetauftes Heidenkind, dachte immer, in der Kirche stellt man die Ohren auf und folgt brav der Predigt. Wohl nicht ganz … . Eine freundliche Mutti stellt ihren Besen zur Seite, begrüßt uns und wir können mit ihr gemeinsam den Glockenturm erklimmen. Hier nagt allerdings der Zahn der Zeit. Grüne Algen wachsen in breiten Flächen an den Wänden. Ein toller Kontrast zu weiß und hellblau, aber nicht tatsächlich gewollt. Sie, so sagt die Tante, läutet morgens uns abends die Glocken in der Kirche und sie ist richtig stolz darauf.
Nachdem wir uns nun an den bunten Glasfenstern in der Kirche und der übrigen Innneneinrichtung satt gesehen haben, bedanken wir uns bei der fast schüchtern wirkenden Glöcknerin. Liebevoll nimmt sie mich in den Arm und wünscht mir bereits heute einen schönen Muttertag.
Wir fahren weiter zu einer Lavahöhle. Kaum sind wir ausgestiegen, kommt auch schon ein Einheimischer angeradelt. Er hat hier wohl das Sagen, denn schnell kassiert er das Eintrittsgeld, teilt die Taschenlampen aus und begleitet Dete und Martina in die Höhle. Ich habe es mir auf einer Bank gemütlich gemacht und beobachte eine Maus, wie sie immer wieder hin und her huscht und nach Futter sucht.
Schneller als gedacht kehren die Drei aus der Höhle zurück. Nicht wirklich spektakulär, aber mal anders, meint Dete. Vögel haben ihre Nester im Inneren der Höhle gebaut. In einem lag sogar ein kleines Vogelei.
Weiter geht es entlang der Straße. Kaum von der Lava – Höhle abgefahren, sehen wir eine Schlange auf der Straße liegen. Rückwärtsgang. Als wir näher kommen, können wir aber erkennen, dass das Tier schon längere Zeit hier liegt. Trotzdem lässt es noch eine hübsche Zeichnung auf seiner Haut erkennen.
Unser Weg wird fortgesetzt, vorbei an üppigem grün, dass auch hier eher an einen Dschungel erinnert. Undurchdringlich mit so vielen verschiedenen Pflanzen, Blätterformen und Bäumen. Kokoapalmen den Straßenrand, hin und wieder sind Ananasplantagen zu sehen, überall wachsen Papaya – und Bananbäume, teils mit Früchten daran, teils stehen sie in Blüte.
Im Falealupu – Rainforest – Reservat ( Falealupo – regenwald – Naturschutzgebiet ) können wir einen Dschungeltrip in ein Stück Regenwald unternehmen. Der Eintrittspreis allerdings für hiesige Verhältnisse mehr als teuer. Martina, die eher mit „ kleiner Kasse “ ist der Eintrittspreis zu hoch. Sie verzichtet. Aus Symphatie warte ich mit ihr gemeinsam, bis Dete zurück kommt. Seine Beschreibung lautet wie folgt: „ Über eine Wendeltreppe gelangt man nach oben, zwischen die Bäume. Von dort aus führt eine SCHWINGBRÜCKE hinüber zu einem weiteren Baum, in dessen Gipfel sich ein Baumhaus befindet. Von hier aus hat man dann freie Sicht, hinweg über alle Bäume. Und die Schwingbrücke … die schwingt. So richtig. In alle erdenklichen Richtungen. … “
Beim Anblick des Fotos dieser Schwingbrücke wird mir ganz anders. Schmal ist sie, mit hohen Brüstungen an den Seiten und lang. Labil wirkt sie und ich bilde mir ein, sie schwingt sogar auf dem Foto!!!
Der nächste Stopp ist in Falaelupo geplant, westlich der Insel. Hier kann man am Abend wohl atemberaubende Sonnenuntergänge beobachten, darum auch bekannt als „ Sunsetpoint “ ( Sonnenutergangspunkt ) . Dafür ist es jedoch noch zu früh, es ist gerade Mittagszeit. Dort in einer kleinen Ferienanlage treffen wir einige einheimische Damen an und fragen sie, ob es möglich sei, eine Kleinigkeit zum Mittag zu bekommen. „ Nicht wirklich. “ lautet ihre antwortet. „ Vielleicht ein paar Früchte? “. Dieser Vorschlag kommt uns mehr als entgegen. Zwar sind wir hungrig, dennoch wollen wir uns den Magen aber nicht mit einer üppigen Mahlzeit voll schlagen. Nach wenigen Minuten werden uns frische Kokosnüsse serviert, dazu frische Papaya und Mandarinen. Was ist das aber auch lecker!!!
Nachdem wir nun alles verzehrt haben, brechen wir auf. Schnorcheln ist angesagt. Der Strand in Falaelupo ist lang, mit Kokospalmen entlang des Sandstrandes. Die Hitze ist inzwischen gewaltig, die Sonne sticht erbarmungslos. Nichts wie hinein in das türkisfarbene Wasser. Das Riff bietet eine Vielzahl von korallen, die wir hier bisher noch nicht gesehen haben. Die Fische sind zahlreich vertreten, als wären sie extra wegen uns gekommen. Alles ist so bunt unter Wasser. Die eindringenden Sonnnenstrahlen verstärken diesen Effekt. Herrlich!!!
Danach geht es nun weiter, die Zeit ist begrenzt, denn die ganze Insel zu umfahren, ist mit einer Strecke von ca. 250 km nicht unerheblich. Die Straße ist schmal, aber asphaltiert und das Höchsttempo mit nahezu 60 km/h nicht gerade schnell. Wenn wir die Dörfer passieren, rufen und winken die Menschen, egal ob kleine Kinder oder Oma’s und Opa’s. Manche von ihnen schauen uns auch nur wortlos an. Dicke Schweine liegen am Straßenrand, dösen vor sich hin, ganz kleine Ferkelchen huschen hin und her. Nicht die typischen Schweine, wie wir sie kennen. Diese hier sind schwarz oder auch dunkelgrau mit schwarzen Flecken darauf.
Nochmals stoppen wir in einem kleinen Dorf, direkt neben der Straße. Eine tiefe Bucht öffnet sich vor unseren Augen, Unten stehen einige wenige Palmen am Ufer. Postkartenmotiv. Das Wasser schimmert von unserem Aussichtspunkt von schwarz über dunkelblau, bis hin zu zartem Türkis. Die Wellen knallen mit voller Wucht gegen die Felswände, es donnert und grollt.
Allmählich befinden wir uns schon jetzt wieder Richtung Manase. Ein letzter Stopp. Als Naturschauspiel werden sie bezeichnet: die Blowholes ( blasende/ pustende Löcher ) . Und was uns hier nun erwartet, ist tatsächlich das reinste Schauspiel. Ein schawrzes Lavafeld reicht bis zum Wasser. Inmitten dieses jungen Gesteines befinden sich etliche Lavahöhlen. An der Oberfläche sehen sie aus wie Pools. Große Löcher, von mehreren Metern Durchmesser, in denen sich Wasser angesammelt hat. Das Lavafeld ist ganz porös und sieht aus, wie ein riesiger, rauer Schwamm, so einer, mit dem man sich die Hornhaut von den Füßen rubbeln kann. Wenn Ihr versteht, was ich meine … .Die Wellen, die vom Ozean her gegen die Außenwände des Lavafelds krachen, dringen durch die Lavehöhlen in die Pools und entladen sich daraus mit Getöse viele Meter in die Luft. Schnell ist der Eindruck entstanden, das unter dem Lavafeld riesige Wasserkessel stehen, die ihren Dampf durch die Pools nach oben ausspeihen. Feiner Sprühregen entsteht dadurch. Wenn die Sonne dagegen scheint, entstehen für kurze Momente kleine Regenbogen, die sofort wieder verschwinden, wenn sich die Fontäne gelegt hat. Es faucht aus den Pools, wieder und wieder werden die wie aus Wasserdampf bestehenden Sprühstöße in den Himmel gestoßen. Eine einfach erklärte Sache, mit faszinierender Wirkung.
Noch lange könnten wir hier sitzen bleiben und den aufsteigenden Fontänen zusehen. Allmählich wird es aber Zeit, dass wir aufbrechen.
In einem etwas entfernten größeren Ort legen wir einen allerletzten Stopp ein. An der Ecke befindet sich ein Supermarkt – die Chance, neue Flip – Flops zu ergattern. Und ich habe Glück: ganz im Mädchenstil, die pinkfarbenen Riemchen sind mit weißen Bändchen umwickelt und ergeben optisch ein Streifenmuster. Darauf sind kunterbunte Glassteinchen angebracht. Ach, was sind die süß!!!!!!!J.
Den geplanten Ausflug zum Wasserfall, der sich nun noch auf den letzten Kilometern befindet, lassen wir sausen. Martina ist ziemlich geschafft, hin und wieder fallen ihr, auf der Rückbank sitzend, die Augen zu. Die Rückfahrt bis nach Manase dauert nun noch knapp 2 Stunden und wir müssen uns fast beeilen, damit wir pünktlich zum Abendessen ( 19 Uhr ) erscheinen.
Unfallfrei und gesund treffen wir um 18 Uhr 55 wieder im „ Jane’s “ ein. Eine aufgeregte und zugleich sichtlich erleichterte Benina kommt uns entgegen. Da es nun schon seit einiger Zeit dunkel ist, hat sie sich Sorgen gemacht. Um so erfreuter ist sie, als wir von unserem Ausflug, rund um die Insel, schwärmen.
Aufenthalt im „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 13.05.2012
… … Muttertag … … …
Hier im „ Jane’s “ herrscht heute richtige Aufregeung. Es ist Muttertag. Nach dem Frühstück putzen sich alle, einschließlich einiger Gäste, so richtig feierlich heraus – zum Gang in die Kirche. Gehen die einheimischen Damen in weiß, die Herren in schwarz / weiß gekleidet in die Kirche, so ist es den Touristen erlaubt, in bunten Farben zu erscheinen.
Haudegen Neil fragt, ob wir auch den Gottesdienst besuchen. Ich verneine. Seine beiden Zeigefinger formt er zu einem Kreuz und streckt sie mir entgegen. Soll heißen: Kirchenfeind!!
Und dabei lacht er so herzhaft, dass es fast schon ansteckend ist. Unser Fernbleiben vom Gottesdienst wird aber vollends respektiert. Wir haben bereits einen Sonntagsgottesdienst auf der Insel Upolu besucht. Das reicht. Trotzdem schauen wir uns gern Kirchen an, wann immer es möglich ist. Aber nur wegen dem Bauwerk an sich.
Der Muttertag wird in Samoa zelebriert, wie ein Heldengedenktag. Obwohl, … eigentlich sind wir Mütter auch kleine Helden … Oder?
Am Abend werden sogar Übertragungen im TV ausgestrahlt. Immer die sich ähnelnden Bilder: Der Einblick in eine Kirche, Chöre singen, die Mitglieder sind in hübsche Garderoben gekleidet.
Sind wir nun auch weit entfernt von zu Hause, so kann dieser Tag nur schlecht unbemerkt an mir vorbeigehen. Irgendwie vermisse ich die Anrufe meiner Kinder, aber der Zeitvorsprung nach Samoa, mit 13 Stunden, ist nicht gerade unerheblich. Rüsten wir uns allmählich für die Nachtruhe, so sitzt man in Deutschland noch beim Sonntagsfrühstück und der deutsche Muttertag noch lang genug, um Glückwünsche zu übermitteln … .
Aufenthalt im „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 14.05.2012
… … Feiertag in Samoa … …
Da der Muttertag bekanntlich immer auf einen Sonntag fällt, wurde der darauffolgende Montag zum allgemeinen Feiertag erkärt. Wie toll ist das denn. Vielleicht sollte man das in Deutschland auch auf den Plan rufen. Ich werde vielleicht Frau Merkel diesbezüglich nach unserer Heimkehr entsprechende Mitteilung zu kommen lassen J .
Beim Abrufen der mails erreicht mich eine mail unserer Tochter: „ Alles Gute zum Muttertag, auch wenn dieses Datum an dir vorbeigeht, knutsch!! “
Dass hier in Samoa der Muttertag ein wahres Volksfest ist, kann sie natürlich im entfernten Deutschland nicht ahnen.
Immer wieder werfe ich den Tag über ein Blick auf mein Handy. Hat unser Sohn den Muttertag vergessen?? Ich wäre echt traurig, aber der Tag ist ja noch lang.
Auch heute herrscht wieder die typische „ Sonntagsstimmung “. Weit und breit sind keine Menschen in Sicht und sieht man doch mal unverhofft Jemanden, dann in der typischen schlafenden Haltung. Geschäfte und Tankstelle haben geschlossen, einzig die wenigen Restaurants hoffen auf Umsatz der hier ansässigen Touristen. Doch viel ist nicht zu erwarten.
Auch wir halten uns an den phlegmatischen Tagesablauf. Keine Eile, keine Hast … einfach nur Ruhe!!!!!!!
Am Mittag suchen wir ein kleines Restaurant in der Nähe auf und treffen dort Martina, die Italienerin. Nach dem Essen bummeln wir hinauf auf einen kleinen Hügel, tolle Aussicht von dort oben inklusive. Die Straße, die hier hinauf führt, dient im Falle eines drohenden Tsunamis als Zufluchtsort. Hoch darf allerdings die bedrohende Welle nicht sein … .
Am Nachmittag gehen wir dann zusammen schnorcheln und das war es dann auch schon mit der sportlichen Betätigung. Wir nehmen uns Zeit zum Lesen, unterhalten uns mit den anderen Gäste. Ein ständiges kommen und Gehen herrscht hier und es ist immer interessant, Menschen aus anderen Nationen zu treffen: ein junges Mädchen aus Guatemala, zwei junge Damen aus Amerika und einige Deutsche verweilen hier ebenso.
Der heutige Tag kleckert so dahin und am Abend – nach Samoa-Zeit – wollen wir unseren Sohn in der Schweiz – wo es jetzt 9 Uhr morgens ist – mit einem Anruf zum Geburtstag überraschen.
An dieser Stelle auch allen anderen Geburtstagskindern des 14. Mai alles Gute zum Geburtstag!!!!JJJ .365 Tage Glück und Sonnenschein, sollen Eure Wegbegleiter sein!! J.
Der Anruf in die Schweiz allerdings … Fehlanzeige.
Schade, auch auf die von mir sehnlichst erwarteten Glückwünsche unseres Sohnes, zum Muttertag, warte ich noch immer vergeblich … .
Aufenthalt im „ Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 15.05.2012
… … endlich!!! … …
Kalendarisch steht in Samoa bereits der 15. Mai auf dem Plan.
In Deutschland ist es der Abend des !4. und die Geburtstagskinder dieses Tages haben zwar ihre Geschenke schon längst ausgepackt, aber dürften noch am Feiern sein.
Nochmals versuchen wir, unseren Sohn in der Schweiz zu erreichen. Juch – hu, es klappt!
Nachdem wir unsere Glückwünsche ausgesprochen haben, erhalte ich nun nachträglich meine Muttertagsglückwünsche. Christof hat mehrmals versucht, mich am Muttertag anzurufen. Der Versuch ist jedes Mal fehlgeschlagen. „ Dienst nicht verfügbar “ hauchte ihm die monotone Stimme aus dem Telefon entgegen. Ich habe es schon fast geahnt. Zwar können wir in die Schweiz anrufen, die Schweizer aber nicht nach Samoa. … Ja,ja, die Schweizer!!
Während ich hier sitze, um unsere „ aufregenden “ Erlebnisse in Manase zu dokumentieren, vertritt sich Dete die Beine draußen auf der Straße. Der deutsche Olaf, Besitzer der Tauchschule, hat im Nachbarresort Gäste zum Tauchen abgeholt. In einem kurzen Gespräch stellt sich heraus, dass die junge Dame im Auto eine Enkelin von Fam. … ist und ihre Mutter gebürtig aus unserem Heimatort Elbingerode stammt. Was kann die Welt doch manchmal klein sein!!
Prompt verabredet sich Dete mit ihr und ihrem Freund für den Abend. Um wen es sich dabei nun tatsächlich handelt, können wir nach allen Überlegungen noch immer nicht herausfinden. Immer wieder gehen wir die Familien mit genanntem Namen durch, zerpflücken sie regelrecht nach Geschwistern, Tanten und Onkeln, nach Oma’s und Opa’s. Uns will einfach kein plausibler Zusammenhang einfallen. Einzig und allein wissen wir, dass die etwa 20jährige Enkelin von Fam. … keine ehemalige Schülerin von Dete ist. Wahrscheinlich hat ihre Mutter schon vor längerer Zeit Elbingerode verlassen.
Wir müssen uns bis zum Abend gedulden, bis das große Geheimnis gelüftet wird.
Bis dahin widmen wir uns der Urlaubslektüre, gehen schwimmen und dann und wann wird ein Schwätzchen mit den anderen Gästen gemacht. Ständig trifft man auf Neuankömmlinge und es ist immer wieder interessant zu hören, was jeder Einzelne auf seiner Reise erlebt.
Nach dem Abendessen erscheinen dann die beiden Taucher, mit denen sich Dete am Vormittag verabredet hat. Ich kenne sie nicht, ihn schon gar nicht. Doch bei einem Blick in ihr Gesicht habe ich sofort jemanden vor mir, den ich von zu Hause kenne. Und das bewahrheitet sich dann auch. Wie ähnlich sie ihm ist … ! Der Name ihrer Mutter allerdings sagt mir so rein gar nichts, obwohl sie gerade mal 2 Jahre jünger ist, als ich.
Zusammen verbringen wir einen schönen Abend in der kleinen Bar in „ Jane’s “. Die beiden erzählen von ihren Erlebnissen ihrer Reise durch Neuseeland, von Pleiten, Pech und Pannen. In Samoa wollen sie sich von all diesen Dingen erholen, abschalten und den vielen Ärger hinter sich lassen. Geplant hatten sie, nach Beendigung ihres Studiums, Deutschland den Rücken zu kehren. Neuseeland hatten sie sich insgeheim als neue Heimat ausgesucht. Nach all dem, was sie dort aber in den letzten Monaten erlebten, seien die Ausreisepläne völlig vom Tisch. Auf keinen Fall. Nie und nimmer. …Wie sich doch manche Dinge ähneln …
Während wir uns so unterhalten, bestätigen die beiden immer wieder das, was auch wir an so manchen Tagen gegenüber den Neuseeländern empfunden haben. Lange waren wir uns nicht sicher, ob wir unser Urteil gerecht ausgesprochen haben. Das, was wir heute Abend gehört haben, bestätigt uns jedoch in unserer Urteilsfindung.
Der Barmann Mu hat schon lange Feierabend und es ist fast Mitternacht. Für uns wird es nun auch allmählich Zeit, den Abend zu beenden. … Also, ab in Bette! … … …
Aufenthalt in „Jane’s “ in Manase, Insel Savaii, 16.05.2012
… … … wie süüüüüüüüüüüß!!!! … … …
Der letzte Tag unseres Aufenthaltes in Samoa. Auch diese drei Wochen vergingen, wie im Flug. Wir hatten genug Zeit, um zu faulenzen und es ist schon irgendwie schön, dass wir nun heute die Rucksäcke packen - bei aller Schönheit von Samoa. Wir sind ausgeruht und bereit für neue Abenteuer!
Barmann Mu hat heute seine Frau mit dem Baby nach Hause geholt. Ganz stolz winkt er uns zu. Seine äußerst symphatische Frau begrüßt uns, wir gratulieren ihr und bestaunen das Baby – Anna. Völlig entspannt fragt mich die junge Mutti, ob ich das Baby auf den Arm nehmen will. Es ist so klein, so winzig und vor allem so lange her, als die eigenen Kinder in diesem Alter waren. Schnell wird mir das Kissen auf den Schoß gelegt und schon finde ich die kleine Anna darin vor mir liegen. Sie ist so süüüüüüüüüß!!!!!!!!
Auffallend viele Haare hat sie auf ihrem kleinen Köpfchen, so lang, so dicht und so kräftig. Hier kommt die Babybürste bereits von Beginn an zum Einsatz J
Anna gähnt, wir wollen die junge Familie in ihrer Dreisamkeit nicht länger stören, bedanken und verabschieden uns. Tschüß, kleine Anna!!
Morgen verlassen wir Samoa. Am Nachmittag fliegen wir zurück nach Auckland / Neuseeland und am gleichen Abend geht es weiter nach Los Angeles / USA. Unser bisher längster Flug steht an – 15 Stunden non – stopp, von Neuseeland nach Amerika. … … … Die „ Schlafsterne “ müssen es richten und ich hoffe, sie leisten einen guten Dienst!!
Da wir die Datumsgrenze überfliegen, werden uns sogar einige Stunden „ geschenkt “:
Fliegen wir am 17. Mai zwar erst um 21 Uhr 45 in Neuseeland ab, so kommen wir aber am gleichen Tag schon um 14 Uhr 45 in Los Angeles an. Verrückt und schön zugleich!!!
Aus Amerika werden wir Euch alle zu Hause, so schnell es geht, mit neuen Schlagzeilen aus unserem bescheidenen Camperleben versorgen.
Bleibt gesund und weiterhin interessiert am Lesen und herzlichen Dank für die lieben mails, die uns immer wieder erreichen!!!!
Wir sagen „ Fa’afetai!! “ ( Danke ) an Benina, Francis und Mu und an alle, die sich hier in „ Jane’s “ so liebevoll um uns gekümmert haben!!! Wir haben unseren Aufenthalt hier sehhhhhhr genossen!!!!!!
Euch allen ein vorläufiges Tschüß, Goodbye und Tofa aus Samoa,
sagt der Dete und schreibt die Biene!!!!!! Winke – winke!!J .
Abreise von Manase / Insel Savaii zur Insel Upolu, 17.05.2012
… … Abschied, … fast ohne Worte … …
Am gestrigen späten Abend haben wir uns noch von Fritz verabschiedet, dem Mann von Benina. Mit den Worten: „ Kommt bald wieder! Das hier ist Euer zu Hause. “ bedankte er sich bei uns, dass wir so lange Gast im „ Jane’s “ waren.. Bei diesen Worten sind wir mehr, als gerührt.
Heute früh steht für 6 Uhr ein Taxi bereit, um zum Fährhafen zu gelangen. Wir treffen eine eher ruhige Benina an. Als wir unsere Sachen im Kofferraum verstauen, nimmt sie uns ein letztes Mal in den Arm, ihre glasigen Augen sind nicht zu übersehen. Ganz still ist sie, nur ein kratziges „ Take care.“ ( pass auf dich auf ) ist zu verstehen. Das Taxi bezahlt sie für uns, als Dank.
Inzwischen ist die Sonne aufgegangen. Der letzte Sonnenaufgang in Samoa. Wenn sie wieder schlafen geht, sind wir nicht mehr hier. Das Wetter ist fast zu schön, um abzureisen. Aber wir haben ja noch eine andere, letzte Mission zu erfüllen J .
Nach gut 1,5 Stunden Fahrtzeit mit der Fähre kommen wir auf der Insel Upolu an. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Flughafen. Und diesen Katzensprung überwinden wir mittels zweier junger Männer, die am Hafen zu tun haben. Wir fragen, ob sie Richtung Flughafen fahren und prompt dürfen wir einsteigen.
Wohlbehalten am Flughafen angekommen, beginnt nun die Zeit des langen Wartens. Unser Abflug von Samoa ist erst für 15 Uhr 45 ausgeschrieben. Wir widmen uns unseren Büchern.
Nach einigen Minuten komme ich mit einer freundlichen Tante ins Gespräch. Wieder die üblichen Fragen: Wo kommt ihr her? Wo wollt ihr hin?.
Ich erfahre von ihr, dass sie von Samoa stammt, seit 14 Jahren aber mit ihrer Familie in Neuseeland lebt. Noch nie wäre sie auf der Insel Savaii gewesen. Ob es dort schön ist, fragt sie mich. Sie reist heute weiter nach American – Samoa, um Verwandte zu besuchen. Und vor 2 Tagen, so erzählt sie weiter, gab es in Christchurch, ihrem Wohnort, ein erneutes Erdbeben. Ganz aufgeregt wäre sie gewesen, als sie die Bilder im TV gesehen hat, denn ihr Mann und ihre Kinder sind in Christchurch geblieben. Nach ihrem Anruf zu Hause gab es aber Entwarnung. Die freundliche Tante und ihre Familie wohnen am Randgebiet von Christchurch, die Erschütterungen waren dort nicht zu spüren. Sie seufzt tief.
Innerlich denke ich dabei, welches Glück wir hatten, als wir unseren Mietwagen in Christchurch abgegeben haben … keine Bodenerschütterungen. Nichts.
Inzwischen vergeht die Zeit nun Stunde um Stunde. Wir denken noch gar nicht daran, dass wir eventuell schon unser Gepäck abgeben könnten. Doch die Schalter sind bereits geöffnet und tatsächlich können wir unsere – auf Grund der langen Reise – abgefledderten Rucksäcke auf das Transportband legen. Sogar die Tickets für den Weiterflug nach Los Angeles bekommen wir und unser Gepäck wird automatisch weiter geleitet. Wie toll ist das denn !!
Nachdem wir unsere Plätze im Flugzeug eingenommen haben, tut sich lange … nichts. Die Türen stehen noch offen. Hin und wieder kommt eine Ansage aus dem Cockpit, dass … sich der Abflug um einige Minuten verschiebt, … noch keine Freigabe für den Start erfolgt ist, … wir Passagiere uns noch einen Moment gedulden sollten, … . Allmählich sind wir schon krumm und lahm, vom langen Warten. Gefühlt sind es Stunden. Doch plötzlich kommt ein Krankenwagen um die Ecke gebraust und hält direkt neben dem Flugzeug. Die Türen öffnen sich und Dete erkennt, dass ein älterer Mann auf der Bahre hinausgeschoben wird. Von scheinbaren Schmerzen gequält, krümmt sich der Patient. Nun wird uns klar, worauf wir gewartet haben: Ein Notfall.
Wer in Samoa ernsthaft krank wird, hat nicht die besten Karten. Das meinte jedenfalls der deutsche Kurt vom „ Mangrove – Garden “, der, mit den bald „ appen “ Füßen. Eine Blinddarmoperation … „ würde man wohl hinbekommen , bei einem Herzinfarkt jedoch … ist der Ausgang ungewiß.“ Eventuell reicht die Zeit, um nach Neuseeland geflogen zu werden … . Oder auch nicht.
In der letzten Reihe wurde der Kranke so bequem wie möglich gelagert. Eine Ärztin nimmt neben ihm Platz, immer wieder kontrolliert sie den Puls, die Tochter des Patienten streichelt ihrem Vater die Wange, hält seine Hand. Die Gesichter der beiden Frauen sehen eher besorgt aus.
Doch nun heben wir ab und fliegen nach Auckland in Neuseeland. Während dieser Zeit läuft alles normal, nur selten ein paar Wackler und Ruckler, der Turbulenzen wegen, aber das dicke Ende haben wir noch vor uns: den Marathonflug nach LA … .
Als wir unsere Wartezeit im Flughafen Auckland absitzen, um nach LA zu fliegen, schicke ich noch schnell eine Geburtstags - sms nach Deutschland, an meinen Bruder. Und dabei fällt mir ein: Ich habe heute auch gleichzeitig Geschäftsjubiläum – 15 Jahre ist es nun her, seit der erste Gast in der Pension begrüßt wurde. Feierlich klopfe ich mir auf die Schulter und tröste mich damit, die Feier im nächsten Jahr nachzuholen.
Abflug von Auckland / Neuseeland nach Los Angeles / USA, 17.05.2012
… … wer später abfliegt, kommt manchmal eher an … … …
Der Warteraum im Aucklander Flughafen füllt sich immer mehr. Wollen all diese Menschen in dem einen Flugzeug Platz nehmen? Die Vermutung liegt nahe, dass es sich wohl um einen „ Riesenvogel “ handeln muss, in dem wir nun stundenlang über den Pazifik fliegen. Pazifik. Da ist es wieder, dieses Unwort. Hatte die quasselnde Rebecca nicht vor einigen Tagen erzählt: „ … und obwohl ich keine Flugangst habe, aber der lange Flug über den Pazifik, … phu, da wurde mir ganz anders. Fortwährend hatten wir Turbulenzen … .Naja, kein Wunder, schließlich heißt Pazifik, abgeleitet aus dem Lateinischen …. “ Innerlich summe ich ein Lied, meine Ohren sind ganz zu, kannst aufhören zu reden, Rebecca, ich höre dich gar nicht mehr … sssssssssssssssss ….. mmmmmmmmmmmmmmm …. .Wenn sie doch den Mund gehalten hätte … Ich will das alles nicht hören. Ich, der totale Schisser, … was das Fliegen angeht.
Hier und jetzt, in der Wartereihe anstehend, um in das Flugzeug zu gelangen, bin ich komischer Weise total entspannt – schließlich weiß ich ja den „ Schlafstern“ in der Tasche.
Pünktlich fliegen wir um 21 Uhr 45 in Neuseeland ab. Jetzt heißt es für die nächsten Stunden: zurücklehnen und entspannen.
Dank eigener TV - und Spielkonsole kann jeder Fluggast sein individuelles Unterhaltungsprogramm wählen. Ich schaue mir nach und nach 2 Filme an, lasse mir von den Beatles und Bruno Mars die Ohren volldudeln und nicke irgendwann tatsächlich ein. Ganze 2 Stunden habe ich geschlafen, wie mir der Blick auf die Flugroute verrät.
Zum x- ten Mal sind wir nun über den Äquator geflogen und ich bin ganz gespannt, dass das Flugzeug auf dem Monitor, Stück für Stück, einer ganz bestimmten Linie näher kommt: der Datumsgrenze. Ich will sehen, wie der Riesenvogel über diese Linie hoppst, denn fühlbar ist der Vorgang an sich nicht. Ob wir nun einen wunderschönen Sonnenuntergang oder den Sonnenaufgang draußen bestaunen können, wir wissen es einfach nicht. Schon verwirrend, ein Flug über die Datumsgrenze.
Die Damen und Herren der Flugbegleitung sind äußerst freundlich und gut gelaunt. Allgemein herrscht eine völlig entspannte Atmosphäre im Inneren des Riesenvogels. Mir als Schisser kommt das mehr als gelegen … J.
Dete hat sich mit einem „ Schlafstern “ eigenständig aus dem Verkehr gezogen. Ich hadere noch. Obwohl immer wieder das Anzeichen zum Anschnallen aufleuchtet, wird niemand unruhig. Keine ernsthaft klingenden Stimmen aus dem Cockpit, keine besorgten Gesichter der Flugbegleiter. Mir kommt das sehr entgegen und somit habe ich auch keine Angst. Teils wackelt das Flugzeug tatsächlich enorm und sogar Dete wird – trotz Schlaftablette – davon wach. Als ich mich dann wegen der sich anschleichenden Müdigkeit doch zur Tablette greifen will, haben wir nur noch 4 Stunden Flugzeit vor uns. „ … nehme ich eben nur eine halbe … “ denke ich im Stillen. Gleichzeitig habe ich aber auch ein ungutes Gefühl, ob mir die Tablette vielleicht eher zu setzt, als mir Erleichterung bringt. … Wenn ich da an Singapore denke … . Ich lasse die Tabletten in der Tasche.
Als wir in Los Angeles landen, bin ich stolz, wie Bolle. Auf mich selbst. Wahrscheinlich bin ich gar nicht so ein Schisser, wie ich immer vermutet habe. Den längsten Flug unserer Reise habe ich einfach so durchgestanden, samt Turbulenzen. Ich umarme mich selbst JJJ!!!!!
Ein Blick auf die Uhr verrät: 15 Uhr 05 am 17. Mai. Kurios. Sind wir am gleichen Tag nicht abends um 21 Uhr 45 aus Neuseeland abgeflogen? Was das Überfliegen der Datumsgrenze so alles möglich macht … wer später abbfliegt, kommt manchmal eher an.
Die Einreise in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten dauert und dauert und dauert. Säuerliches Aufstoßen hat das zur Folge und wir fragen uns, ob diese langwierige Prozedur notwendig ist. Während wir vor dem Schalter der Passkontrolle warten, läuft ein uniformierter Herr mit einem Hund durch die Reihen – Drogenkontrolle. Der Wau-wau schnüffelt und schnuppert zwischen den Reihen der Wartenden herum. … macht der mir einen Sabberfleck an die Hose, dann ist was los … J.
Nun sind wir – nach gut 40 Minuten Wartezeit – an der Reihe:
4 – Finger – Abdruck von der linken Hand, Daumenabbdruck - linke Hand, selbiges mit der rechten, jetzt noch einen freundlichen Blick in die installierte Kamera, die oberhalb des Schalters angebracht ist, selbiges nocheinmal, aber ohne Brille. Wozu das alles? War für die Einreise in die USA nicht zwingend vorgeschrieben, einen Reisepass mit integriertem Chip zu besitzen? Haben wir!!!! Und der war nicht billig!!!!!!!! Mussten wir nicht fristgemäß unser Visa für die USA beantragen? Haben wir!!!!!!!!!! Auch das war nicht billlig!!!!!!!! Sogar eine Einreisegenehmigung haben wir erhalten. Warum wird hier dennoch ein Prozedere veranstaltet, als hätten alle Einreisenden die Pest am Hals …??
Rums – bums, die Einreisestempel donnern in die Pässe und jetzt aber flinke Hufe!!!!!!!!! Zwar sind wir in LA angekommen, aber noch längst nicht da. Von nun an fahren wir mit Bus und Bahn bis zum Hotel. Die Wegbeschreibung dorthin ist einfach und plausibel und bereits Singapore hat damals dafür gesorgt, dass wir nun mit den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmittel und Ticketautomaten umzugehen wissen.
Schlag 18 Uhr sind wir im Hotel angekommen – nachdem wir zuerst daran vorbeigelaufen sind. Warum? Der ganze Kasten ist mit Baugerüsten umstellt, das Schild, welches oben auf dem Dach angebracht ist, von unten nicht sichtbar.
Auch innerlich gleicht das Hotel einer riesigen Baustelle. Die beiden verstaubten Kronleuchter im Foyer kommen hier wenig zur Geltung. Auf allen Etagen wird gebohrt, gehämmert, geschliffen, gespachtelt. Trotzdem sind wir von unserem Zimmer angenehm überrascht. Wenn alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, so behaupten wir, wird wohl das Innere sehr luxoriös werden … und die Übernachtungspreise ebenso …
Aufenthalt in Los Angeles / Amerika, 18.05.2012
… … ein Stern, der seinen Namen trägt … … …
Getern Abend haben wir nur noch einen kurzen Gang um den Block unternommen, um etwas zu Abend zu essen.
Für die nächsten Tage wohnen wir im District Wilshire, das Hotel trägt den Namen „ Normandie “, das ein wenig an Frankreich erinnert. Tatsächlich aber leben wir im Korea – Viertel. Auch Klein – Armenien ist nicht weit … Mult – Kulti auch hier.
Für heute planen wir einen Ausflug in die Stadt. Zuerst geht es zum Sunset – Boulevard und dessen bekannten Abschnitt, dem Sunset – Strip. Geprägt ist dieser Straßenzug von Restaurants, kleinen Bars – auch die, wo am Abend die Nackedeis schmachtend auf der Bühne tanzen - J. Ein paar wenige teure Geschäfte sind zu finden, kleine Souvenirläden und das sich hier auch noch ein Postamt befindet, kommt uns gerade Recht. Ansosten wirkt der Sunset - Boulevard, incl. Sunset – Strip, eher nüchtern auf uns. Trotzdem waren wir gespannt darauf, schließlich wollen wir so viel wie möglich von LA sehen.
Als wir nach dem Mittagessen eine Straße überqueren, stehen wir endlich am Hollywood – Boulevard und somit am Anfang des „ Walk of Fame “ ( Weg des Ruhms ), diesem legendären „ Bürgersteig “ auf dem Hollywood - Boulevard, in den die roten Sterne eingelassen sind und auf denen in goldenen Buchstaben die Namen derjenigen prangen, die diesen Stern für herausragende Leistungen verliehen bekamen. Knapp 2500 Sterne wurden bisher betitelt, aus allen erdenklichen Branchen: Musik, Film, Politik, sogar verschiedene Polizisten, die bei ihrem Dienst ums Leben kamen, hat man hier geehrt.
Gleich zu Beginn sehen wir den Stern von Bob Marley, daneben der von den Beatles. Immer wieder müssen wir uns umdrehen, da einige Sterne auf dem Kopf stehen, die Schrift nicht leicht zu lesen ist, andere können wir in Laufrichtung absolvieren.
Mitten auf dem „ Walk of Fame “ liegen auf einem Stern Blumen, Kerzen brennen, in der Mitte steht aufrecht ein Metallgestell, daran befestigt ein Kranz. Nun können wir erkennen, um wen es sich handelt: dieser Stern wurde der Sängerin Donna Summer verliehen. Ob es sich heute um ihren Todestag oder eigentlichen Geburtstag handelt, hm, wissen wir nicht. In Hollywood jedoch WEIß man so etwas. Ein Jogger kommt uns entgegen, stoppt kurz am Stern von Donna Summer, verneigt sich und zieht aus seinem Hosenbund ein kleine Blütenrispe, um sie dort nieder zu legen. Eine nette Geste!! Und schon joggt er weiter.
Plötzlich spricht uns ein junger Mann an. Die Frage nach einer Rundfahrt durch Hollywood, den Hollywood – Hills und Beverly – Hills wird gestellt. Klar, wollen wir machen, aber eigentlich nicht jetzt. Wiederum aber auch egal. Der eigentliche Preis für die Rundfahrt wird von dem geschäftstüchtigen Herrn ein wenig nach unten korrigiert und schon sitzen wir in einem offenen Van. Ronald, der Fahrer, weist während der Fahrt rechtzeitig und mit entsprechendem Fingerzeig auf die jeweiligen Sehenswürdigkeiten. So sind die Kameras immer pünktlich startklar, … sofern der Akku geladen ist. Wir hatten eigentlich nicht die Absicht, die Tour heute zu fahren. Dete kann dem Akku aber noch das letzte Quentchen rauskitzeln, so dass wir befürchten, der Akku könnt einen leichten Ansatz zur Taille bekommen J.
Wir fahren den Hollywood – Boulevard hinunter. Wir sehen z.B. das Gebäude von Capitol – Records, diese weltbekannte Plattenfirma, bei der schon die Beatles ihre Scheiben aufgenommen haben, ein Hotel, – bekannt aus dem Film „ Pretty Woman “, wir fahren vorbei am Hotel „ Roosevelt “, in dem verschiedene Preisverleihungen durchgeführt werden. Und nun geht es hinauf in die Hollywood – Hills, um von oben einen Blick auf LA zu genießen. Wir bewundern den typischen HOLLYWOOD – Schriftzug, den wir schon alle mal irgendwie im TV gesehen haben. Stehen wir zwar noch immer weit entfernt davon, so ist es aber doch ein ganz anderes Gefühl. Live und in Farbe das zu erleben, was sonst nur auf der Mattscheibe flimmert, … großartig!!!
Weiter geht es Richtung Beverly – Hills. Das letzte Wohnhaus von Marilyn Monroe
und Alfred Hitchcock können wir bestaunen und Teenistar Justin Bieber hat hier auch ein niedliches Häuschen bezogen. Mit gerade mal 18 Jahren bereits Millionär.
Fußballprofi David Beckham mit seiner magersüchtigen Victoria mögen es verspielt, mit plätscherndem Springbrunnen vor der Tür, sonst aber doch eher ein solides Bauwerk.
In einer kleinen Straße, auf einem Hügel, hat der lüsterne und sich unwiderstehlich findende Hugh Haffner seinen „ Hasenstall “. Ich habe das Gefühl, die Herren im Bus malen sich gerade bildlich aus, was sich da wohl in diesem Moment hinter den Mauern so abspielt … J. Jungs, ihr kommt da nicht rein!!!JJ
Wir kommen auf der Rückseite von Michael Jacksons Haus vorbei. Genauer gesagt, wir haben Blick auf den Balkon seines Schlafzimmers. Eckgrundstück. Ich hätte mehr erwartet. Hohe Bäume und dichte Hecken umwuchern dieses Haus. Sein Nachbar ist der Frauenschwarm Tom Cruise. Gerade öffnet sich bei ihm das massive, aus Edelstahl gebürstete Tor und eine schwarze Limousine fährt auf das Grundstück. Um wen es sich dabei handelt, können wir jedoch nicht erkennen.
Und nun nehmen wir noch den schönen George unter die Lupe. George Cloony. Der hat hier den Vogel abgeschosssen. Sein Prunkbau erinnert schon an ein „ kleines Schlösschen “, ganz im italienischen Stil. Ein riesiges Eingangsportal, im Bogen gehalten, mit bunten Fliesen dekoriert. In der oberen Etage steht ein Fenster offen, Licht brennt. Obwohl wir alle rufen, niemand ziegt sich am Fenster. Wahrscheinlich war nur der Hausmeister anwesend, um zu lüften oder was auch immer. Hier riecht es nicht nur nach Blumen, Glanz und Gloria sondern viel mehr … nach dem Geld der Reichen.
Auf der Rückfahrt kommen wir sogar noch an dem besagten Spielplatz vorbei, der auch schon oft im TV zu sehen war. Der Platz, wo sich die Promi’s unter sich fühlen, in Schlabberhosen und ungeschminkt, getarnt hinter Sonnenbrillen, gelangweilt neben der Schaukel hockend, bis ihre Kinder endlich die Lust am Spielen verlieren.
Kurz vor unserer Ankunft auf dem Hollywood – Boulevard zeigt Fahrer Ronald hoch in die Hollywood – Hills, zu jener Stelle, der höchsten – nebenbei bemerkt. Dort oben steht eine Villa, kreisrund, mit vielen Fenster. Und dort, so erzählt er uns, wohnt der Papst der Filmemacher schlechthin: Steven Spielberg. Und mit diesen Worten tritt er auf die Bremse und wir Touristen – Paparazzi bedauern fast, dass nach 2 Stunden die Fahrt durch Hollywood und Beverly Hills beendet ist.
Nochmals bummeln wir über den „ Walk of Fame “, denn noch immer habe ich nicht den Stern meines Favoriten gefunden. Meines Helden. Mit gesenktem Blick gebe ich mir alle Mühe, ihn ausfindig zu machen. Und dann, … endlich … !! Vor mir lese ich endlich seinen Namen: LASSIE !!!!!!! Oh, du Wundertier!!!!!! Was habe ich dich zu Kinderzeiten geliebt!!!!!!
Aufenthalt in Los Angeles / Amerika, 19.05.2012
… … kein Glanz vergangener Zeiten … … …
Heute unternehmen wir einen Ausflug zum Broadway. Was hat man nicht schon alles davon gehört!
Angekommen an diesem geschichtsträchtigen Ort, begrüßt uns als erstes ein Schild mit der Aufschrift: „ Jewellery District “ ( Juwelenbezirk ). Na, da sind wir doch schon mal richtig. Ein Geschäft nach dem anderen reiht sich hier entlang der Gehwege. Die Auslagen in den Schaufenstern sind nicht ausgepreist. Hier wird auf Verhandlungsbasis eingekauft. Es glänzt und funkelt, in Silber, Gold oder verziert mit reichlich bunten Edelsteinen oder gar Diamanten.
In einem Geschäft werden wir angesprochen, ob wir deutsch reden. Tun wir. Schnell flitzt die freundliche Tante in den Hinterraum, in den wir durch eine Glaswand einen Herren sitzen sehen. Prompt wird uns die Tür zum Hinterzimmer geöffnet und wir dürfen Blicke auf einige besondere Schmuckstücke werfen. Auftragsarbeiten. Der Onkel darin kam vor Urzeiten nach Amerika, aber seine deutsche Sprache habe er nach und nach verloren, meint er. Wir unterhalten uns einen Moment und die Tante schleppt nun immer mehr tolle Schmuckstücke an. Wirklich schöne Dinge. Aber als Landpommeranze könnte ich damit unmöglich zu Hause auf die Straße gehen. Wir wollen keine falsche Hoffnungen wecken und machen ihr deutlich, dass wir nicht die Absicht haben, etwas zu kaufen. Freundlich bedanken wir uns, dass man uns Einlass in das Hinterzimmer gewährte und täuschen eine Verabredung vor, um den Laden verlassen zu können.
An der nächsten Ecke biegen wir ab und stehen mitten auf dem Broadway. Fest in spanischer und mexikanischer Hand wird dieser beherrscht. Wo ist der ganze Glanz vergangener Zeiten?
Der Broadway ist echt schäbig, verwahrlost, abgewrackt. Nichts vermittelt uns den Eindruck einstiger Berühmtheiten, die nichts anderes wollten, als am Broadway auf der Bühne zu stehen und zu tanzen und zu spielen.. Zahlreiche Klüngelbuden gibt es hier, vom Schlüpfer bis zum Knopf kann man hier alles kaufen. Dazwischen kleine Restaurants, in denen wir allerdings lieber nichts essen gehen wollen. Merkwürdige Gestalten laufen auch hier auf den Straßen herum, ein tägliches Erscheinungsbild von ganz LA. Obdachlose liegen in den Ecken, ihr Hab und Gut oft nicht mehr als eine Tüte, die sie bei sich führen.
Der krasse Unterschied zum Broadway bildet das angrenzende Bankenviertel. Hochhäuser, polierte Fronten aus Glas, teure Hotels, vor denen die Stretchlimousinen parken.
Auch die Walt – Disney – Concert - Hall finden wir hier, ein architektonisches Meisterwerk im Avantgardistischen Baustil. Matt glänzender Edelstahl mit einer breiten Treppe, die hinauf zum Eingang führt. Hier ist das Los Angeles Philharmonic Orcestra beheimatet.
Inzwischen brummen unsere Füße, mit denen wir seit Stunden das Straßenpflaster breit treten. Eine Bank wäre jetzt schön. Von denen gibt es höchstens mal an den Busstationen 3, 4 Plätze und die sind ohnehin oft von den Wartenden belegt. Vielleicht sollte ich Herrn Obama mal schreiben …
Auf einer kleinen Mauer ruhen wir unsere müden Treter aus und machen unserer Enttäuschung über den Besuch des Braodway ein wenig Luft.
Die Faszination Broadway ist schon lange nicht mehr zu spüren, kein Spur vom Glanz aus vergangenen Zeiten … … und Bayern verliert gegen Chelsea … … … JJJ
Aufenthalt in Los Angeles / Amerika, 20.05.2012
… Am Strand von Santa Monica … … …
… …. herrscht heute Hochbetrieb. Es ist Sonntag und Kind und Kegel, Mann und Maus, fahren nach Santa Monica. Auch wir sind wieder mittendrin, statt nur dabei.
An der Küste ist der Himmel ziemlich bedeckt, es ist nahezu kalt. Trotzdem tummeln sich am Strand zahlreiche Menschen, aber die wenigsten halten sich im Wasser auf.
Gleich zu Beginn des Strandes wecken aufgestellte Kreuze unsere Aufmerksamkeit. Eine Gedenkstätte für alle getöteten Soldaten aus dem Irak – und Afghanistankrieg. An manchen Kreuzen stehen die Stiefel der Gefallenen, an einem Kreuz hängt ein Helm. Teilweise stecken frische Blumen im Sand oder auch kleine Briefchen, dem verlorenen Familienmitglied zu Ehren. Mir läuft die Gänsehaut über den Körper.
Wir laufen die lange Seebrücke bis zum Ende, vorbei an kleinen Verkaufsbuden. Das Angebot reicht vom Hot Dog über Eis bis hin zu Souveniers und Bekleidungsrtikeln. Straßenmusiker zeigen, was sie können. Der eine führt irgendwelche Zaubertricks mit Eiern vor, der andere baut aus einem Luftballon einen Hund, mit großen Glotzaugen. Karikaturenzeichner malen ein abstraktes Bild von ihrem Opfer, zu dumm nur, dass das Kind nicht stillsitzen will. Der nächste verkauft Schnick – Schnack aus Muscheln, so richtig wusste der nicht, was das Kunstwerk eigentlich werden sollte. Schnatter, den die Welt nicht braucht, auch hier. Mittendrin kommen wir an einem größeren Gebäude vorbei, der Bubba – Shrimp – Company. Wer den Film Forest Gump gesehen hat, sollte dieses Gebäude erkennen. Allerdings heißt es an dieser Stelle: „ Stopp, Forest! “, im Film hingegen: „ Go, Forest, go! “
Am Ende der Seebrücke angekommen, tummeln sich Angler und Krabbenfischer auf den unten liegenden Stegen. Ein Musiker am Keybord begeistert die Zuschauer mit seinen Klängen und auch wir hören ihm eine Weile zu.
Draußen, am trüben Horizont ziehen Segelboote vorbei und plötzlich springen Delphine aus dem Wasser und tummeln sich in den Bugwellen der Boote. Immer wieder suchen wir die Tiere, machen sie erneut ausfindig und lassen unseren Blick folgen.
Am Nachmittag bummeln wir auf der Promenade in Santa Monica. Hier herrscht buntes Treiben. Die Geschäfte sind geöffent, die Cafe’s sind gut besucht, Straßenkünstler, wohin das Auge reicht. Das Talent reicht von peinlich über qualitativ hochwertig. Ein Kamerateam dreht einen Film. Der Hauptdarsteller, ein junger Musiker mit Gitarre, singt zwar gut, aber von diesem schmachtenden Sing – Sang ist der Markt voll. Anders aber die Beiden, ebenfalls mit Gitarren ausgestattet, der eine kurze Haare, die leicht angegraut sind, der andere mit wallender Mähne: SEIS CUERDAS. Was sie ihren Instrumenten entlocken, ist Musik auf hohem Niveau. Lange sitzen wir auf dem Bordstein und hören ihren begeisternd zu.
Der Menschenstrom auf der Promenade wird zum späten Nachmittag immer dichter. Für uns heißt es, langsam den Rückweg anzutreten, denn eine knappe Stunde Fahrtzeit mit dem Bus liegt noch vor uns. Bevor die kleinen Gangster ihre Mützen tiefer ziehen, wollen wir möglichst noch vor Einbruch der Dunkelheit das Hotel erreichen J.
Aufenthalt in Los Angeles / Amerika, 22.05.2012
… … sind wir die nächsten? … … …
Der letzte Tag in Los Angeles ist angebrochen. Inzwischen haben wir uns an die schrillen Sirenen der Polizeiwagen ( LAPD ) und der Feuerwehren ( LAFD ) gewöhnt. Beunruhigt sind wir nicht, auch wenn diese Fahrzeuge öfter ausrücken, als wir es gewohnt sind. Doch als heute diese Autos zweimal vor unserem Hotel anhalten und bei jedem „ Besuch “ einen Gast in den Krankenwagen laden, wird uns doch ein bisschen unwohl. Hat die Hotelleitung einen Vertrag mit einem Krankenhaus geschlossen? J.
Unbeirrt von den Ereignissen laufen wir einige Blocks weiter, zum Waschsalon. Von Samoa schlummert noch Schmutzwäsche im Gepäck und wir wollen vor Antritt der Kalifornien – Tour die Gelegenheit nutzen, diese zu waschen.
Die Waschmaschine summt und während sich die Wäsche darin schwindlig dreht, wechseln wir auf die andere Straßenseite. Kaffee trinken ist der Plan. Drinnen in der Bäckerei werden unsere Augen immer größer. All diese Köstlichkeiten. Törtchen mit buntem Obst, Schweineohren, Schillerlocken in XXL. Wir entscheiden uns für Quarkkuchen, der schmeckt immer. Und wie der schmeckt!!!!!
Mit vollem Magen schleppen wir uns wieder hinüber zum Waschsalon. Es ist Zeit, die Wäsche in den Trockner zu deponieren. Durch das große Bullauge des Trockners können wir sehen, wie unsere Wäsche darinnen Karussel fährt und am Bullauge vorbei flattert. Schwarz, gelb, blau, blau, rot, rot, rot, gelb, schwarz, schwarz, blau, blau, schwarz, gelb, …. Ups, waren etwa die Äuglein eben kurz zu? Das große Stück Quarkkuchen zeigt seine Wirkung, die Fressnarkose setzt langsam ein. Schnell packen wir die inzwischen getrocknete Wäsche ein und gehen schnur – stracks zum Hotel zurück. Mittagsschlaf ist angesagt!!!!!!!
Als wir am Nachmittag dann vom Stadtbummel zurück kommen, sehen wir wiederum einen Krankenwagen vor dem Hotel parken. Auf unserer Etage liegen nur einige Meter von unserem Zimmer entfernt, Gummihandschuhe und anderes medizinisches Klimbim. Hat man etwa gerade wieder einen Gast abgeholt? Die Vermutung liegt nahe, dennoch wollen wir an der Rezeption nicht nachfragen. Viel mehr stellt sich für uns die Frage: Sind wir wohl die nächsten? JJ Erinnerungen an den Thriller „ Fleisch “ keimen in uns auf.
Morgen beginnt unsere Tour durch Kalifornien. Sobald es wieder möglich ist, werden wir Euch schnellstens mit neuen Informationen versorgen.
Abreise von Los Angeles, 22.05.2012
… … … gemischte Gefühle … … …
Um 11 Uhr, nach 1,5 Stunden Fahrt mit Bus und Bahn, sind wir an der Autovermietung angekommen. Eigentlich viel zu früh, denn erst ab 13 Uhr werden – laut Vertrag – die Mietwagen an ihre vörübergehenden Besitzer übergeben.
Als wir den Parkplatz überqueren, wird uns ganz mulmig in der Magengegend. Da stehen sie, diese Ungetüme, diese großen Gefährte, mit denen wir nun in den kommenden 6 Wochen Kalifornien unsicher machen wollen. Mit „ Auto “ hat das nicht wirklich etwas zu tun, eher mit „ Bus “ fahren. Was haben wir uns da bloß zugemutet … … .
Wir stehen im Büro und werden sofort gefragt, ob wir einen Mietwagen gebucht haben. Die Frage können wir ruhigen Gewissens bejahen. Doch leider sehen wir dem kommenden Gespräch mit gemischten Gefühlen entgegen. Von Deutschland aus haben wir bereits lange im Voraus den Camper für den Tripp durch Kalifornien gebucht. Viel später haben wir uns dann erst entschieden, dieses rollende Heim schon eine Woche eher zu nutzen. Soll heißen, wir haben 2 Verträge. Nun sind wir gespannt, ob wir nach einer Woche wieder zurück nach Los Angeles müssen, um das Fahrzeug zu wechseln, damit der zweite Vertrag in Kraft treten kann. Ja, müssen wir. So lautet die erste Auskunft. Wir äußern unseren Unmut darüber und schon wird emsig telefoniert. Nein, müssen wir doch nicht. Wir können in einer Woche die Filiale in San Francisco aufsuchen, müssten dann dort lediglich nur eine Unterschrift leisten und könnten mit selbigem Fahrzeug weiterreisen. Wir werden noch unzufriedener!! Was soll das denn. Wieder telefoniert die freundliche Tante mit dem langen Pferdeschwanz. Um uns die Wartezeit zu versüßen, bekommen wir schon mal den Schlüssel für den Camper. Huch, was sind wir aufgeregt, das Grummeln in der Magengegend wird immer schlimmer. Wir sind ja so was von neugierig. Aber sogleich tritt Ernüchterung ein, fast schon Enttäuschung. Hatten wir nicht immer die magische Zahl von 9 Metern Autolänge im Kopf?? Wir können nicht mehr nachvollziehen, woher dieses Hirngespinst kam. Trotzdem sind wir froh, diesen 9 – Meter – Truck nicht fahren zu müssen. Denn unser künftiges Gefährt hat eine Außenlänge von ( nur ) 6 Metern 10 und reicht uns völlig aus!! Mit 2 Metern 30 Breite und einer Höhe von 3 Metern 70 lässt es sich damit mehr als gemütlich reisen!! Der Innenrum verfügt über alles, was der 0 – 8 - 15 – Camper gern hat: Großer Kühlschrank mit Tiefkühlfach, Mikrowelle, Herd mit Dunstabzugshaube, genügend Steckdosen und Lampen, Fliegengitter vor den Fenstern und der Eingangstür, jede Menge Stauraum, zusätzliche Klimaanlage, Generator, Heißwasserboiler, Heizung, Rauchmelder, und, was das komfortabelste überhaupt ist – Dusche und Toilette. Von den Vordersitzen können wir in den hinteren Bereich des Campers wechseln. Sogar die Toilette kann während der Fahrt benutzt werden. Kein lästiges Anhalten zwischendurch, wenn jemand mal pipi muss. Alles kann während der Fahrt erledigt werden. Ach, was kann das Leben doch schön sein. Geschlafen wird in einem Alkoven, der sich über den Vordersitzen befindet und weit nach vorn, bis über die Motorhaube, ragt. Am Abend ist nun immer Sportstunde angesagt, damit sich Klettermaxe nach oben in die Schlafstätte hieven kann. Auch hier gibt es Leselampen und die beiden Seitenfenster sorgen für zusätzliche Helligkeit im Inneren.
Nun kommt der Pferdeschwanz angewackelt und … oh, du Freude, … nix mehr mit zurückkommen oder Unterschrift leisten. Nein, wir können heute losbrausen und müssen erst in 6 Wochen das Auto wieder abgeben. Geht doch … .
Ob wir noch Fragen haben, will der Pferdeschwanz wissen. Fragen??? Jede Menge!!!! Im Camper gibt es eine Vielzahl angebrachter Displays mit noch mehr leuchtenden Lämpchen in allen erdenklichen Farben und unzählige Schalter und Knöpfchen. Ich sehe uns den Camper schon versehentlich in die Luft sprengen!!!
Fragen … !! Wir dachten, der Pferdeschwanz schreitet nun zur Tat, um uns all diese teuer wirkende Technik zu erklären. Große Augen schauen uns an. Wenigtens können wir uns ein Video anschauen, damit wir die notwendigsten Handgriffe lernen: Kackebehälter entleeren, wie und wo fülle ich welchen Behälter mit Wasser und das der Kühlschrank mit Gas betrieben wird, ist uns absolut neu. Ganz zu schweigen, dass wir von nun an einen Automatic – FORD fahren.
Um 14 Uhr stehen wir endlich im Supermarkt, um das Überleben der nächsten Tage zu sichern. Um 16 Uhr ist dann der Einkauf und das Verstauen im Camper beendet – pünktlich zum Beginn der Rush – hour, mitten in Los Angeles. Was für ein Spaß, der fast nicht zu ertragen ist!!!! Allein um Los Angeles zu verlassen, müssen wir eine Strecke von 80 Milen fahren ( 1 Mile etwa 1, 6 … und ’n paar Zerquetschte. Wir multiplizieren oder dividieren mit 1,5, geht einfacher J ).
Unsere geplante Strecke werden wir heute nicht mehr schaffen. Wir entscheiden uns, im „ Hungry Vallay “ ( Hungriges Tal ) zu übernachten. Hoffentlich verschlingt uns das Tal nicht mit Haut und Haaren J . In völliger Dunkelheit zu fahren, haben wir bisher immer abgelehnt und so werden wir in den letzten Wochen unserer Reise auch weiterhin daran festhalten.
Auf knapp 2000 Metern Höhe gelegen liegt der Campingplatz und hier pfeift ein fürchterlicher Wind … und Kälte. Dass wir hier allein übernachten, stört uns nicht weiter. Momentan stört nur der Hunger und den gilt es jetzt ausgiebig zu bekämpfen.
Als wir später im Alkoven liegen, werden wir sacht in den Schlaf gewogen. Der Dicke Camper, Marke FORD, ist ein „ Eisenschwein “, so dass der Wind nur wenig Chance hat, uns aus dem Bett zu schubsen … .
Die Nacht bereitet auch keine Probleme, denn unser Camper leuchtet von innen, wie ein Weihnachtsbaum: ein grünes Lämpchen blinkt in Abständen, die orangefarbene Lampe am Kühlschrank leuchtet ununterbrochen und der Rauchmelder schickt hin und wieder einen roten Streifen an die gegenüberliegenden Hängeschränke – was für ein Feuerwerk!!!!
( gefahrene Tagesmilen: 141 )
Abfahrt vom Hungry – Vallay zum Lake Lopez, 23.05.2012
… … … das wird ja immer schöner … … …
Die erste Nacht im Dicken FORD haben wir gut überstanden. Die Sonne ist gerade aufgegangen und wir sind ausgeschlafen.
Nach dem Frühstück packen wir noch einige Sachen im Camper um. Auf Grund der gestrigen Fahrt ist das unerlässlich. Da wir nach dem Verstauen der Lebensmittel im Kühlschrank den Sicherungshebel nicht betätigt haben, flog die Kühlschranktür bis zum Anschlag auf und die eingekaufte Flasche Wein schoss im Kabolz durch den Camper. Flasche kaputt, zig von Scherben und 2 Liter Weißwein verteilten sich in kleinen Seen im Camper. Allein der Geruch von Alkohol ist für die amerikanischen Sheriffs Grund genug, die Handschellen klicken zu lassen.
Unsere Fahrt soll heute zum Lake Lopez gehen. Vor uns haben wir die Bergkette des Hungry – Valley, die wir auf einer ruhigen und kurvenreichen Straße passieren. Steile Abfahrten und Anstiege müssen immer wieder überwunden werden. Die Berge wechseln stets ihr Aussehen. Mal sind sie von braunem, sandigem Untergrund durchzogen, mal bewachsen mit spärlichen Grasbüscheln und vereinzelten Bäumen. Selbst an diesen entlegenen Orten stehen einige Häuser oder die großen Farmtore sind zu sehen. Hier muss der Einkauf gut koordiniert sein J. Für eine Stück Butter werden die Anwohner wohl kaum eine milenweite Fahrt in Kauf nehmen. Alles in allem: eine Landschaft, die uns an Namibia oder gar Ägypten erinnert. Bekannte Bilder. Nach wenigen Milen werden wir auf ein Schild am Straßenrand aufmerksam gemacht: gelber Grund, darauf zwei schwarze Bären, Vorsicht auf den nächsten 7 Milen. Bären? Soweit hatte ich noch gar nicht gedacht. Das wird ja immer schöner!! Wie schön war doch Neuseeland. Das Land, in dem es nur Vögel gibt und den berühmtesten sieht man auch nur selten, wenn überhaupt.
Nach einer Stunde Fahrtzeit haben wir den Andreas – Graben neben uns. Hier stoßen die Pazifische und die Amerikanische Platte zusammen. Die Konsequenz des Aneinanderstoßens hat ein Erdbeben zur Folge. Möglich ist das jeder Zeit.
Kurze Zeit später läuft im Sonnenschein des Vormittags ein Reh über die Straße. Sein kleines Kitz, deutlich mit den weißen Punkten gezeichnet, ist noch ganz wackelig auf den dünnen Beinchen. Es schafft es nicht, der vorauseilenden Mutter hinterher zu laufen. Ganz vorsichtig kauert es sich am Straßenrand zusammen und lässt die Autos vorüberfahren.
In Arreyo Grande ist tanken angesagt. Mann, der Dicke schlürft aber was weg … .Wenn das so weiter geht, müssen wir wohl noch eine Spendensammlung ausrufen: „ Rette den FORD! Rette uns! – Jeder 100 – Dollar – Schein zählt! “. Der Bauch des Dicken ist randvoll. Hoffentlich leidet er nicht auch an der typischen Fressnarkose … und will sich zur Ruhe legen.
Nun ist es nicht mehr weit bis zum Lake Lopez. Dort angekommen, suchen wir uns einen Stellplatz aus. Während die Tante hinter der Glasscheibe unsere Personalien aufnimmt, wandert mein Blick über die bunten Flyer an der Scheibe. Ich traue meinen Augen nicht. Gelbes Blatt, schwarze Schrift: „ Herzlich Willkommen! Du befindest dich hier im Lebensraum von Bären. Beachte folgende Regeln …. .“ Dete fragt, ob die Möglichkeit besteht, hier tatsächlich auf Bären zu stoßen. Fast spuckt sie dabei vor Lachen auf die Tastatur ihres Computers. Entweder ist die Chance so groß oder die Frage wurde noch nie gestellt. Die Antwort will ich nicht wirklich hören. Wir bekommen einen Faltzettel mit den wichtigsten Regeln für den Fall der Fälle: … Lass deinen Müll nicht draußen liegen. … Füttere die Bären nicht … Der Bär ist ein wildes Tier ( da wäre ich gar nicht drauf gekommen. Dass hier nicht der gelbe BUMMI aus unseren früheren ostdeutschen Kinderzeitschriften um die Ecke kommt, war mir klar. Und der Teddy von Bärenmarke wird es wohl auch nicht sein. Geringer ist auch die Annahme, dass er sich vor uns dreht, wie ein Brummkreisel und hoppala macht. ) … Wenn ein Bär erscheint, dann klopfe mit Töpfen und Pfannen, um ihn zu verjagen. … Betätige die Hupe am Auto. … Wenn du Bärenspuren siehst, informiere die Parkranger oder wähle 911 ( Notruf ) … . Halle – julia!! Wir sind tatsächlich in Amerika … dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten … !!!
( gefahrene Tagesmilen: 141 )
Abreise vom Lake Lopez zum Los Padros National – Forest, Campingplatz Cerro Alto, 24.05.2012
… … … nächtlicher Überfall … … …
Es war eine unruhige Nacht. Einerseits waren meine Ohren ständig darauf ausgerichtet, Geräusche von außen wahrzunehmen, damit ich schnellstens mit Töpfen und Pfannnen bewaffnet bin, um den angedrohten bärigen Besuch in die Flucht zu schlagen. Dies war allerdings nicht notwendig. Weder Grizzly’s, noch Himb(ee)ären oder gar Blaub(ee)ären erschienen. Selbst der Johannisb(ee)är blieb dem nächtlichen Rendevouzs fern. Und das war gut so!!!
Andererseits haben wir die Nacht zu viert verbracht. Das war alles andere als angenehm. Unbemerkt, und im Schutz der nächtlichen Dunkelheit, haben sich zwei böse Gesellen Zugang in den Camper verschafft. Ungefragt traten sie ein, kein Klopfen oder ähnliches war zuvor zu vernehmen. Für uns völlig unerwartet suchten sie den Alkoven auf und fielen über Dete her – Herr Schüttelfrost und sein fieser Kumpel, Herr Fieber.
Fortan war an Schlaf nicht mehr zu denken. Dete glühte wie ein Backofen, Schüttelfrost und Gevatter Fieber quälten ihn, der Schlaf war unruhig. Heute morgen waren die nächtlichen Peiniger abgehauen und ich glaubte schon, wieder mehr Platz im Alkoven zu haben. Irrtum. Dete wachte mit einer anderen Frau neben mir auf. Angina lautet ihr süßer Name. Nun wissen wir, was gehauen und gestochen ist und warum gestern Abend das Feierabendbier nicht schmecken wollte J .
Die Medikamentenbox wissend und immer griffbereit, wird der Patient verarztet und Angina schicken wir somit in den Himmel.
Vom Lake Lopez fahren wir nach Morro – Bay. Berühmt ist diese kleine Küstenstadt wegen dem hier ruhenden Morro – Rock.
Entstanden ist dieser vor 26 Millionen Jahren nach einem Vulkanausbruch. Ein riesiger Steinklumpen liegt einfach so am Strand, auf dessen Klippen Falken und Möven zu beobachten sind. Im Wasser, zwischen dem Kelb, liegen regungslose Otter und es wimmelt von Möwen und Pelikanen, die ihr Spiel mit dem Wind treiben. Hier ist es nicht nur windig, sondern auch verdammt kalt. Den Spaziergang am 6 Milen langen Strand verkneifen wir uns deshalb.
Morro – Bay ist ein sehenswertes Örtchen und erinnert an deutsche Ostseeorte. Es gibt hier einen kleinen Hafen, in dem Seelöwen ein zu Hause gefunden haben. Weit ist ihr Gegrunze zu hören. Viele niedliche Restaurants schmücken die Uferpromenade, aus denen es nach vielerlei Düften schnuppert. Die kleinen Geschäfte sind gut sortiert und mitunter können richtige Schnäppchen glücken. Wir hätten eher gemeint, das der Touristenaufschlag besonders hoch ist.
Die Einwohner in Morro – Bay wohnen in maritimen Häusern, die Farbe blau – weiß ist vorrangig zu finden. Und für den Besucher dieses Ortes gibt es eine Vielzahl von Hotels, Pensionen und privaten Unterkünften. Wir genießen den Sonnnenschein und bummeln hier einige Zeit herum.
Nach dem Mittagessen erledigen wir noch einige Einkäufe, denn bei unserer Abreise in Los Angeles haben wir die Milch vergessen. Schwarzen Kaffee mag ich ja so gar nicht!! In einem Warehouse ( Baumarkt ) machen wir einen kurzen Stopp und leisten uns einen neuen Grillrost. Waren in Australien und Neuseeland vorwiegend Lagerfeuer verboten, so finden wir in Kalifornien bis jetzt auf jedem Campingplatz diese Möglichkeit. Seit unserem Aufenthalt in Namibia hat uns das wirklich gefehlt.
Auf der anderen Straßenseite des Warehouse weckt eine Antik – Hall unsere Aufmerksamkeit. Wann immer es geht, besuchen wir solche Läden. Und kaum sind wir eingetreten, finden wir ein ganz besonderes Schmuckstück. Blitz – blank glänzt seine Außenhaut in dunklem Weinrot, das Sonnendach schimmert in samtigen Schwarz. Was für ein Traum!!!! Der Preis ist mehr als akzeptabel, fahrtüchtig stehe er für uns bereit, erklärt uns die freundliche Tante. Immer wieder redet sie auf uns ein: „ Kommt schon!! Tut es einfach!! Der Preis ist nicht zu schlagen! “. Die noble Karosse der Marke FORD, Baujahr 1927, wird in der Antik – Hall im Auftrag des eigentlichen Besitzers verkauft. Man könne ihn auch anrufen, so die nette Tante und am Preis geht sicher auch noch etwas zu regeln. Hat sich unser anstehender Autokauf nach unserer Rückkehr somit erledigt?
Jetz sind es nur noch wenige Milen bis zum Los Padres – National - Forest. Großzügig angelegt, mit Bänken und Tischen ausgestattet und einem im Boden eingelassenen Kessel – die ersehnte Feuerstelle. Des Campers Herz schlägt höher, denn heute Abend gibt es Kartoffelsalat und frische Steaks vom Grill …. .
( gefahrene Tagesmilen: 57 )
Abfahrt Vom Los Padres National – Forest zum Santa – Clara - Country – Park, 25.05.2012
… … … Handwerkerstunde und ein anhänglicher Schatten … … …
Nachdem Dete gestern Abend einen Teil unseres Luxuspaketes genießen wollte, - die Dusche - , überraschte er mich damit, dass das Wasser darin nicht abläuft. Wellnessprogramm ade!! Fachmännisch beäugen wir den Schaden, stellen Vermutungen an, lesen im Handbuch nach. Draußen suchen wir nach Stöckchen, um dem Schnodder im Abfluss ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Nichts. Einzig und allein kann es nur daran liegen, das der Brauchwassertank voll ist – das ist allerdings theoretisch unmöglich. Heute früh machen wir uns deshalb, auf der Fahrt zum Santa – Clara - Country – Park, auf die Suche nach einem Dumppoint, um den Tank zu leeren. An einem Rasthaus werden wir dann auch fündig, für schlappe 10 Dollar können wir unseren Brauchwassertank entleeren und zusätzlich Frischwasser nachfüllen. Auch wirbt dieses Rasthaus mit WIFI. Toll, da können wir gleich noch nebenbei die mails checken und neueste Informationen in den Blog setzen. Auf die Frage, ob wir diese Technik nutzen können, bekommen wir von dem ER/SIE/ES hinter dem Tresen als Antwort, ER/SIE/ES wüsste nicht, ob man über WIFI verfügt. Häh?? Dann eben nicht. Um große Diskussionen zu führen, sind wir zu müde. Freudig erblicken wir in den Regalen des kleinen Shops „ Drano – Powergel “, genau das Richtige für verstopfte Abflüsse … . Wenigstens das.
Auch heute haben wir mehr als schlecht geschlafen. Zwar drohte keine Bärengefahr, dennoch war das Unken und Stöhnen neben mir im Alkoven größer, als ich vertragen kann. Dete hat sich die Nacht über wieder mit Angina vergnügt. Überraschend kehrte sie zu ihm zurück, anhänglich wie ein klebriger Schatten ist sie, dieses Luder.
Die Medikamente von gestern haben keinerlei Wirkung gezeigt, heute früh waren zwar Fieber und Schüttelfrost verschwunden. Dafür spricht Dete nun, als hat er einen Kloß im Hals. Eigentlich will er gar nicht sprechen. Zum Frühstück gibt es nur einen Kaffee, das Toastbrot will nicht den Hals hinunter rutschen. Dank der gut gefüllten Medikamentenbox helfen jetzt wohl nur noch Antibiotika, in der Hoffnung, Angina nun endlich ins Jenseits zu befördern.
Am 28. Mai ist Feiertag in den USA. Ein langes Wochenende steht also bevor. Mit Kind und Kegel und samt Camper zieht es die Einheimischen hinaus in die Natur. Und weil davon so viele Leute Gebrauch machen, sind auch die Übernachtungspreise gleich viel teurer. Wir müssen also die müden Augen offen lassen, um keine Chance auf der heutigen Route zu verpassen. Damit alles ein wenig schneller geht, fahren wir den Highway entlang.
Die Umgebung ist allerdings weniger spektakulär. Immer wieder sind braune oder grüne Hügelketten zu sehen, teilweise hängen die grauen Wolken tief darüber. Es wird doch wohl keinen Regen geben? Schlimm genug, das der Wind pfeift und von der Kälte mal ganz abgesehen. Hatten wir nicht gemeint, das es nach unserem Abflug in Neuseeland nur noch warm wird? J. Hin und wieder durchfahren wir kleinere Ortschaften. Da für uns noch immer die Ausschilderungen ziemlich ungewohnt sind, bedarf es schon an hoher Konzentration, das wir nicht die Auffahrt zum nächsten Highway verpassen … zu spät … .
Am Pinnacles – Nationalpark wollen wir heute übernachten. Das war der Plan. Im Waldbüro angekommen, erklärt uns die gelangweilte Tante, das es diesen Campingplatz schon seit 16 Jahren nicht mehr gibt. Zwar ist unser Reiseschinken neu alt, aber hat uns der Autor darin Lügen aufgetischt? Auch in der gekauften Autokarte ist dieser Campingplatz verzeichnet. Die Tante meinte, auf der anderen Seite des Parks gebe es einen Campingplatz. Genauer gesagt bedeutet das, eine Fahrt von 60 Milen … nicht heute.
Beim 2. Versuch überrascht man uns dann mit horrenden Preisen und wir ignorieren auch diese mögliche Schlafstätte. Als nächsten Anlaufpunkt biegen wir vom Highway ab und fahren zum Mt. Madonna – National – Forest. Ein großes Schild begrüßt uns: „ Keine Übernachtungen möglich “. Wir stellen uns dumm und fragen nach. Die gut gelaunte Tante eklärt uns den Weg zu einem Stellplatz, wir sollen schauen, ob er gefällt und dann zurück kommen, um zu bezahlen. Wie toll ist das denn!!! Wir sind total entzückt!!! Zwar kann man den Nachbarn durch Bäume und Büsche sehen, dennoch steht man hier nicht, wie auf dem Präsentierteller. Strom- und Wasseranschluss sind vorhanden, es gibt einen Dumppoint – wie schön, hätten wir die 10 Dollar sparen können - , Duschen und Toiletten sind ebenfalls nutzbar. Und das alles, gelegen in einem schönen Wald mit hohen Bäumen, Amphietheater und Wanderwegen.
Wahnsinn dieses Amerika, … das Land der unbegrenzten Möglichkeiten …. J!!
( gefahrene Tagesmilen: 165 )
Aufenhalt im Santa – Clara – Country – Park, 26.05.2012
… … bärige Begegnung … … …
Spontan haben wir uns bereits gestern entschieden, noch eine weitere Nacht im Santa – Clara – Country – Park zu verbringen. Die Wanderwege machen uns Appetit auf Bewegung, auch soll das Wetter schöner werden..
Dete geht es heute auch besser, die anhängliche Angina scheint ihm nun allmählich von der Seite zu weichen und verschwindet hoffentlich bald gänzlich.
Draußen ist es schon lange hell, aber so richtige Lust haben wir nicht, aus dem Alkoven zu klettern. Ein Blick auf die Uhr verrät: 8 Uhr 30!! So lange haben wir noch nie geschlafen. Schnell erkennen wir auch den Grund für unser spätes Aufstehen: Einheitsgrau und Nebel. Ah, ja, das ist also das schönere Wetter!!!!
Nach dem Frühstück fahren wir kurz nach Gilroy. Der Dicke ist schon wieder durstig. Unserer Meinung nach ein bisschen zu viel, aber was können wir schon ausrichten. Trotzdem werden wir seinen Flüssigkeitsverbrauch ernsthaft im Auge behalten. Irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen!!!
Zum Mittag trudeln wir wieder auf dem Campingplatz ein, essen ein heißes Süppchen und nun geht es hinaus, in den weiten Wald. Es riecht nach frischem Holz, stellenweise ist der Boden richtig nass. Der Weg durch den Wald ist ganz weich unter den Füßen und erst jetzt sehen wir, wie weitläufig und großzügig der Campingplatz angelegt ist, der sich noch lange zu unserer Linken befindet. Roter und gelber Fingerhut wachsen hier ebenso, wie der uns bekannte „ Kuckucksklee “, dessen Blätter allerdings hier um einiges größer sind. Grünes Dickicht wächst zwischen den Bäumen, die hier wohnenden Luchse und Pumas hätten darin vortreffliche Verstecke. Sie könnten uns daraus beäugen, ohne das wir es merken würden und ungehindert die Verfolgung aufnehmen, uns dicht an den Fersen hängen. … Miez, miez, miez, ….! Bei dem Krach, den die Camperscharen hier verbreiten, haben wir keine Angst, das uns Luchs oder Puma über den Weg laufen. Obwohl, … der eingefleischte Camper lässt seinen Grill nie ausgehen und der Geruch von Holzfeuer und diverser Köstlichkeiten darauf, dürfte selbst den großen Katzen nicht verborgen geblieben sein. Es sei denn, sie haben gerade Schnupfen. Oder Sommergrippe. Oder so etwas in der Art..
Senffarbene Nacktschnecken kriechen auf dem Waldboden entlang und sobald sie eine Erschütterung wahrnehmen, ziehen sie die schwarzen Hörner ein. Die Piepmätze schicken ihr Trällern in den grauen Nachmittag, als wollten sie damit die Sonne anlocken.. Rundum stehen die „ Redwoods “, diese gigantischen, aufrecht wachsenden Tannen. Steil und schlank wachsen sie nach oben, mitunter haben ihre kahlen Stämme ganz beachtliche Durchmesser. Weit sichtbar sind sie, denn erst ganz oben bilden sich die Äste zu einer Krone.
Und dann, … uns stockt fast der Atem … tauchen neben uns am Wegrand Bären auf. Davor wurden wir hier nicht gewarnt. Kein Topf und keine Bratpfanne in Reichweite, um sie zu verscheuchen, wie wir es am Lake Lopez mitgeteilt bekamen. Wie verhalten wir uns aber in freier Wildbahn, wenn wir auf Bären treffen?? Hätten wir die Küchenutensilien mitschleppen sollen?? Auf das Telefon kann man auch nicht zurückgreifen, um die bekannte 9 – 1 – 1 zu wählen und Hilfe anzufordern. Wir hocken hier , umgeben von Bergen, im absoluten Funkloch. Verdammt nochmal, was tun wir?? Abducken. Das ist immer gut. Wenn man gar nicht weiß, was man machen soll, einfach in Deckung gehen und hoffen, dass man vom Feind nicht entdeckt wird. Ganz tief ducken wir uns und können nun durch das Gras auch erkennen, um welche Sorten Bären es sich handelt: Erdbären!!!!! Stinknormale Walderdbeeren stehen da am Wegesrand … mitten in Amerika, dem Land, der unbegrenzten Möglichkeiten … !!!!
Bis dahin bleibt weiterhin interessiert am Lesen und vielen Dank für die lieben mails!!
Bleibt gesund und bis bald, sagt der Dete und schreibt die Biene! Winke – winke JJJ!!!































